Deutsche Börse will Bedenken um Fusion mit LSE zerstreuen

Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter wirbt für die Fusion mit der Londoner Börse und will Sorgen um die Zukunft des Finanzplatzes Frankfurt zerstreuen. "Die Fusion, so wie wir sie andenken, wird Frankfurt nützen und nicht schaden", sagte Kengeter der "Börsen-Zeitung" (Mittwochsausgabe). "Es geht nicht um einen Ausverkauf".

Er sei sicher, die Skeptiker zu überzeugen, sobald er die Pläne für die neue Börse detailliert vorstellen könne. Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange verhandeln derzeit die Einzelheiten der gut 25 Mrd. Euro schweren Fusion. Fest steht bereits, dass die Mega-Börse ihren Sitz in London haben soll.

Unterhalb der Holding bleiben beide Unternehmen erhalten, das gleiche gilt für die Hauptquartiere und die Börsennotierungen in Frankfurt und London. Manager und Politiker haben aber dennoch Sorgen, dass auf lange Sicht zu viele Entscheidungskompetenzen nach London abwandern könnten.

Welche Zentralfunktionen in Frankfurt erhalten bleiben, könne er aus rechtlichen Gründen noch nicht sagen, sagte Kengeter. "Aber es werden sich die jeweiligen Stärken der Unternehmen und der beiden Finanzplätze widerspiegeln." Eine Nähe zur Bundesbank und zur Europäischen Zentralbank, die beide ihren Sitz in Frankfurt haben, sei "extrem wichtig".

Die Börsenfusion könnte noch von den Wettbewerbshütern und US-amerikanischen Konkurrenten torpediert werden. Der US-Börsenbetreiber ICE prüft eine Gegenofferte, auch die Chicago Mercantile Exchange (CME) könnte noch auf den Plan treten. Er sei zuversichtlich, dass die Aktionäre der Fusion zustimmen werden, sagte Kengeter. "Mit den deutlichen Kurssprüngen am Tag des Bekanntwerdens hat der Markt ein deutliches Vertrauensvotum für die Logik des Zusammenschlusses gegeben". Im vergangenen Jahr habe die Deutsche-Börse-Aktie deutlich an Wert aufgeholt. "Die Deutsche-Börse-Aktionäre sollten den Charme dieses Merger of Equals und die Gunst der Stunde erkennen", warb Kengeter.

Der Manager zeigte sich zuversichtlich, auch die Wettbewerbshüter, die 2012 die Fusion von Deutscher Börse und NYSE Euronext untersagt hatten, von dem Zusammenschluss zu überzeugen. Es entstünden keine Wettbewerbsbeschränkungen. "Denn zum einen gibt es in Europa mehr Wettbewerber; auch US-Anbieter sind vertreten. Und zum anderen liegen die Vorteile aus dem Zusammengehen ja vor allem bei den Kunden."

Berlin (APA/dpa) - Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin ist im ersten Halbjahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Das geht aus dem am Wochenende veröffentlichten Finanzbericht hervor. Demnach sind die Verluste in den ersten sechs Monaten auf fast 447,6 Mio. Euro gestiegen - gut 163 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel zugleich von 1,7 auf rund 1,5 Mrd. Euro.
 

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Finanzbericht offenbart desolate Lage von Air Berlin

Amsterdam (APA/Reuters) - Dank florierender Geschäfte in China hat der holländische Elektronikkonzern Philips im dritten Quartal einen Gewinnsprung verbucht. Vorstandschef Frans van Houten sieht damit seine Jahresziele und Pläne für die weitere Konzentration auf die Medizintechnik bestätigt. Der operative Gewinn stieg um zwölf Prozent auf 532 Mio. Euro, wie die Niederländer am Montag mitteilten.
 

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Philips profitiert von Wachstum in China

Wien (APA) - Für die mittlerweile fünfte Energiekosten-Stop-Aktion des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) können sich Konsumenten ab heute anmelden. Dabei sucht der VKI in einem Bieterverfahren die günstigsten Strom- und Gaslieferanten. Heuer werden die Tarife erstmals eine Preisgarantie beinhalten, die länger als 12 Monate gültig ist, teilte der VKI in einer Aussendung am Montag mit.
 

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VKI: Erstmals längere Preisgarantie bei Aktion "Energiekosten-Stop"