Deutsche bestellen im Internet häufig schon mit Rücksende-Absicht

Hamburg (APA/AFP) - Viele Verbraucher bestellen in Deutschland online Produkte in dem Wissen, diese später wieder zurückzuschicken. Das sei eine enorme Ressourcenverschwendung, kritisiert die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die am Freitag eine Umfrage zu dem Thema vorstellte. Demnach bestellen die Deutschen im Schnitt 16 Kleidungsstücke pro Jahr. Dabei geht jedes fünfte Stück wieder zurück.

Das Hamburger Meinungsforschungsinstitut Nuggets befragte im Oktober 1.000 Verbraucher im Netz zu deren Online-Einkäufen und Retouren. Neun von zehn Befragten wissen demnach nicht, dass einige Versandhändler Retouren vernichten. Drei von vier Befragten bestellen demnach regelmäßig Textilien und Schuhe. Von den Online-Bestellern wissen wiederum vier von zehn schon beim Einkauf, dass sie einige Produkte wieder zurückschicken wollen. Die Hälfte der Online-Besteller kann sich demnach auch nicht vorstellen, dass Händler Retouren vernichten.

Greenpeace verweist aber auf Medienrecherchen, wonach beispielsweise bei Amazon viele Teile nicht mehr in den Handel, sondern direkt in den Schredder gehen. In einer Studie der Marktforschungsfirma EHI Retail Institute gaben die befragten Onlinehändler an, im Durchschnitt 70 Prozent der Retouren wieder in den regulären Verkauf zu geben. Der Rest werde teils billiger verkauft, teils gespendet - mehr als die Hälfte der 105 befragten Händler gab aber auch an, einen Teil ihrer Retouren direkt zu entsorgen.

Greenpeace fordert von der Regierung ein Gesetz, das die Vernichtung neuwertiger Ware verbietet. Das sei nötig, weil der Handel im Internet boomt. So wurden vergangenes Jahr rund 3,4 Milliarden Online-Bestellungen zu deutschen Verbrauchern geschickt. Angenommen, diese seien 20 Zentimeter hoch, ergebe das einen Stapel von 680.000 Kilometern, rechnet Greenpeace vor. Ein solcher Stapel würde von der Erde bis zum Mond und fast wieder zurück reichen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte