Deutsche-Bank-Vorstand will nur Postbank verkaufen

Frankfurt - Der Vorstand der Deutschen Bank will sich nicht vom gesamten Privatkundengeschäft trennen. Nur die auf das Massengeschäft spezialisierte Postbank soll verkauft werden, berichtete das Magazin "Der Spiegel" am Freitag ohne Angabe von Quellen.

"Ein alternatives Modell, das eine Abspaltung des kompletten Privatkundengeschäfts vorsieht, fand in dem Gremium offenbar keine ausreichende Unterstützung", hieß es in dem Bericht. Die eigenen Filialen unter der Marke Deutsche Bank blieben demzufolge Teil des Konzerns. Bisher galt das Thema im Vorstand als umstritten.

Das Dementi ließ nicht lange auf sich warten. "Berichte, wonach der Vorstand eine Entscheidung getroffen habe, sind nicht zutreffend", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank am Freitag. Das Gremium beschäftige sich "mit einer Reihe von Optionen im Rahmen des laufenden Prozesses der Strategieüberprüfung", erklärte er.

Nach dem bevorzugten Konzept sollten laut "Spiegel" aber auch im verbleibenden Privatkundengeschäft Filialen geschlossen und ein Teil der Auslandsaktivitäten aufgegeben werden, berichtete "Der Spiegel". Das Investmentbanking solle leicht schrumpfen - um etwa 150 Mrd. Euro. In der Bank sollten zudem die Kosten gesenkt werden.

Finanzkreisen zufolge wird die Entscheidung allerdings schon am 24. April fallen. Dann hat Aufsichtsratschef Paul Achleitner zu einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung geladen. Ein Vorschlag des Vorstands müsste auch dort Zustimmung finden. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bevorzugen bisher eine Komplett-Abspaltung der Privatkundensparte, weil sie in diesem Szenario geringere Arbeitsplatzverluste erwarten als bei einer Trennung von der Postbank.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma