Deutsche Bank sieht Europas Geldhäuser vor Fusionen

Düsseldorf/Frankfurt (APA/Reuters) - Der stellvertretende Deutsche-Bank-Chef Marcus Schenck sieht die Bankenbranche in Europa vor einem tiefgreifenden Umbruch. "Europa braucht mehr Zusammenschlüsse von Banken", sagte Schenck am Freitag beim Neujahrsempfang seines Hauses in Düsseldorf. "Die Konsolidierung in Europa wird kommen. Sie ist unausweichlich."

Auch in Deutschland müsse es Zusammenschlüsse geben. Sein Institut sieht er dafür gut gerüstet. "Die Deutsche Bank hat sich darauf eingestellt." Das Geldhaus habe "aufgeräumt" und Kapital sowie Liquidität nachhaltig gestärkt. "Wir haben nahezu alle unsere Altlasten beseitigt", unterstrich Schenck. Jetzt gelte es, wieder zu wachsen. Dazu müsse die Bank auch die Herausforderungen durch die Digitalisierung meistern.

Die Europäische Union brauche neben Zusammenschlüssen aber auch einen einheitlichen Finanzmarkt, um im Wettbewerb etwa mit amerikanischen Banken bestehen zu können, sagte Schenck. Diese seien profitabler als die Geldhäuser in Europa. Neben der US-Zinspolitik liege das auch daran, dass es in Übersee anders als auf dem alten Kontinent einen einheitlichen Markt gebe. "Wir brauchen eben auch diesen einen großen Markt." Auf Dauer könnten zudem nur Banken "mit einer gewissen Größe nachhaltig bestehen". Der Brexit werde auch den Wettbewerb an den Finanzplätzen zusätzlich verschärfen.

Schenck, der bei dem Geldhaus zusammen mit Garth Ritchie die Investmentbank leitet, sieht für seinen Bereich eine Zukunft: "Das Investmentbanking wird weiter an Bedeutung gewinnen." Dies gelte gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung. Sie lasse den direkten Zugang zum Kunden immer wichtiger werden. Das Geldhaus reagiere auch mit einer neuen Digitalbank auf die Herausforderungen. Insgesamt wolle die Deutsche Bank "ein Stück weit so etwas wie Apple unter den Banken werden."

Schenck bekannte sich auch zum Deutschland-Geschäft des Instituts. Die Bank wolle in der Bundesrepublik führend sein, der Heimatmarkt sei für das Geldhaus "Grundvoraussetzung". Schenck räumte ein, dass sich sein Institut in der Vergangenheit zu sehr mit sich selbst beschäftigt habe. Deshalb habe sie ihre "PS vielleicht nicht immer auf die Straße gebracht". "Die Weichen sind jetzt gestellt", sagte er. "Wir haben wieder die Kraft zu wachsen."

Für das vergangene Jahr hatte das Geldhaus Anfang Jänner erneut einen Verlust in Aussicht gestellt. Dieses Mal macht ihm die US-Steuerreform von Donald Trump einen Strich durch die Rechnung. Sie belastet Deutschlands größtes Geldhaus mit rund 1,5 Milliarden Euro. Unter dem Strich werde deshalb 2017 ein geringer Verlust zu Buche stehen, hieß es vor einer Woche. Es ist das dritte Verlustjahr in Folge. US-Konkurrent JP Morgan schnitt deutlich besser ab: Die größte amerikanische Bank schrieb trotz der Belastung durch die Steuerreform 2017 einen Gewinn von 24,4 Mrd. Dollar (20,3 Mrd. Euro).

Washington (APA/dpa-AFX) - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend weiter gesunken und auf den tiefsten Stand seit fast 50 Jahren gefallen. Die Anträge gingen um 8.000 auf 207.000 zurück, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. So niedrig war die Zahl der Erstanträge zuletzt im Dezember 1969.
 

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US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf tiefstem Stand seit 1969

Wien/Linz (APA) - Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) hat im Korruptionsprozess rund um die Privatisierung der Bundeswohnungen und den Linzer Terminal Tower erneut sein Handeln verteidigt. Die Vergabe der Bundeswohnungen sei korrekt, transparent und ein Erfolg für die Republik gewesen. Aber bei der ersten Einvernahme sah Grasser noch eine "katastrophale Optik" durch das Provisionsgeschäft bei der Buwog.
 

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Grasser-Prozess - Grasser verteidigt Vergabe, "Optik katastrophal"

Frankfurt/Wolfsburg (APA/Reuters) - Die Kernmarke Volkswagen des VW-Konzerns soll nach dem Willen von Konzernchef Herbert Diess schon vier bis fünf Jahre früher als bisher geplant eine Rendite von sechs Prozent erreichen. Spätestens 2021 wolle Diess die Marke von sechs statt der bisher bis dahin angestrebten vier Prozent Gewinn vom Umsatz schaffen, berichtete das "Manager Magazin" am Donnerstag ohne Angabe von Quellen.
 

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Magazin: VW-Chef will höhere Rendite bei VW früher erreichen