Deutsche Bank verdreifachte Nettogewinn

Frankfurt - Florierende Geschäfte im Investmentbanking haben der Deutschen Bank im Frühjahr zu einem deutlichen Gewinnsprung verholfen. Das Vorsteuerergebnis kletterte um gut ein Drittel auf 1,2 Mrd. Euro, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Der Nettogewinn sprang sogar auf 818 (Vorjahr: 238) Mio. Euro. Es ist die erste Quartalsbilanz, die der neue Vorstandschef John Cryan präsentiert.

Der Brite hatte am 1. Juli überraschend Anshu Jain auf dem Chefsessel abgelöst. Cryan lobte zwar das solide Wachstum der Erträge, er sieht aber auch viele Baustellen im Konzern: "Inakzeptabel hohe Kosten, anhaltend hohe Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten, zu bilanzintensive Geschäfte und insgesamt eine Rendite für unsere Aktionäre, die zu niedrig ist."

Cryan, der die letzten zwei Jahre im Aufsichtsrat saß, brütet derzeit über den Details der "Strategie 2020". Sie sollen bis Ende Oktober vorgestellt werden. Im Kern sieht die Strategie eine radikale Schrumpfkur vor, unter anderem durch den Verkauf der Postbank, einen Rückbau des Privatkundengeschäfts und einen Rückzug aus mehreren Ländern. Nach Cryans Einschätzung ist die Deutsche Bank viel zu komplex, was auf der Rendite lastet. "Unser finanzielles Ergebnis spiegelt nicht unser enormes Potenzial wider", mahnte er.

Per Ende Juni lag die Eigenkapitalrendite nach Steuern bei mageren 5,7 Prozent. Die US-Konkurrenz, mit der sich die Frankfurter messen wollen, ist längst davongezogen. Das liegt auch daran, dass noch immer viele Altlasten auf die Bilanz drücken: Für Rechtsstreitigkeiten hat die Deutsche Bank nach wie vor 3,8 Mrd. Euro zur Seite gelegt, obwohl der besonders teure Zinsskandal vom Tisch ist.

Auch der Umbau des Geldhauses wird zunächst noch einmal viel Geld verschlingen. Viele Analysten erwarten, dass die Kosten dafür bereits im zweiten Halbjahr zu Buche schlagen und die Bilanz verhageln werden. Bei den Aktionären überwog am Donnerstag die Hoffnung auf bessere Zeiten: Die Deutsche-Bank-Aktie lag vorbörslich 2,4 Prozent im Plus.

In der Kernbank gab es über alle Sparten hinweg Zuwächse: Die Investmentbank, die wohl ebenfalls abspecken muss, steigerte das Ergebnis dank eines überraschend robusten Anleihehandels von 828 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Im Privatkundengeschäft verdiente das Institut 483 (379) Millionen Euro - eine gesunkene Risikovorsorge im Kreditgeschäft bügelte die Belastungen der Zinsflaute aus. Zulegen konnte die Deutsche Bank auch im Zahlungsverkehr und der Vermögensverwaltung, während die interne "Bad Bank" ihren Verlust deutlich ausweitete.

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet frühestens in rund einem Jahr die nächste Zinserhöhung. Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll nach den Worten von EZB-Präsident Mario Draghi noch "über den Sommer" 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben.
 

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Draghi: EZB-Zinsen bleiben über Sommer 2019 hinaus auf Rekordtief

München (APA/Reuters) - Siemens baut in der angeschlagenen Kraftwerks-Sparte in Deutschland 500 Arbeitsplätze weniger ab als geplant. Das ist das Ergebnis der monatelangen Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat, wie der Münchner Industriekonzern am Montag verkündete.
 

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Siemens baut in Deutschland 2.900 Stellen ab

Berlin/Palo Alto (Kalifornien) (APA/dpa) - Industrie-Unternehmen in Europa haben die Bedeutung Künstlicher Intelligenz als einen maßgeblichen Schlüssel-Faktor für ihren künftigen Erfolg erkannt. Im Schnitt erwarten die Unternehmen dadurch Umsatzzuwächse von 11,6 Prozent bis 2030, geht aus einer Studie hervor, die von Hewlett Packard Enterprise (HPE) und den Ausrichtern der Konferenz Industry of Things World in Berlin durchgeführt wurde.
 

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Studie: Industrie sieht Künstliche Intelligenz als Schlüssel-Faktor