Deutsche Bank bereitet Anleger auf schlechtes Quartal vor

Die Flaute an den Kapitalmärkten hat der Deutschen Bank zu Jahresbeginn massiv zugesetzt. "Dies waren im Bankensektor die beiden schlechtesten Anfangsmonate eines Jahres, die ich persönlich erlebt habe", sagte Finanzvorstand Marcus Schenck der "Börsen-Zeitung" (Dienstagausgabe). "Das hat natürlich auch bei uns seine Spuren hinterlassen."

Alle eng am Kapitalmarkt hängenden Geschäfte seien betroffen, wie das Handelsgeschäft und die Vermögensverwaltung. "Da haben wir einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr." Vorstandschef John Cryan hatte die Investoren bereits auf einen schwachen Jahresstart vorbereitet, Schenck hat den Ton in dem Interview allerdings noch einmal verschärft. Die Deutsche-Bank-Aktie gab 2,8 Prozent nach und war damit am Dienstag einer der größten Verlierer im Leitindex DAX.
Die Zurückhaltung von Investoren habe auch den Bilanzabbau behindert, räumte der Finanzchef ein. "Im Marktumfeld der ersten beiden Monate dieses Jahres haben wir gesehen, dass es schlicht nicht möglich war, bestimmte Transaktionen durchzuführen und die Sache für uns abzuschließen." Die Vertragspartner seien zum Teil nicht einmal zu Gesprächen bereit gewesen. "Da passieren dann einige Sachen nicht, die jetzt erst einmal auf der Bilanz stehen bleiben", sagte der ehemalige Goldman-Sachs -Investmentbanker und Finanzvorstand von E.ON. Im März sei es aber schon deutlich besser gelaufen.
Auch bei der Ratingagentur Moody's wachsen die Zweifel, dass die Deutsche Bank rasch aus dem Gröbsten heraus ist. Die Ratingagentur, die die wichtigste Bonitätsnote für den deutschen Branchenprimus schon im Jänner auf "Baa1" gesenkt hatte, drohte ihm in der Nacht zum Dienstag mit einer weiteren Herabstufung. Moody's-Analyst Peter Nerby reagierte damit auf die Äußerungen Cryans zum Jahresstart. "Das verschlechterte Abschneiden in den jüngsten zwei Quartalen liegt am Umfeld und an unternehmens-spezifischen Faktoren", sagte er. Der Gegenwind auf der Kosten- und Ertragsseite könne die Verbesserung der Rendite und das für 2018 gesetzte Ziel einer Kostenquote von 70 Prozent verzögern.
Eine kurzfristige Verbesserung der Ratings hält auch Schenck nicht für realistisch: "Langfristig muss es eine Deutsche Bank wieder schaffen, in den 'A'-Bereich zu kommen. Das ist aber nichts, was wir in den nächsten 24 Monaten sehen werden." Er dass die Deutsche Bank möglicherweise zum zweiten Mal in Folge rote Zahlen schreiben werden. Das Jahr 2016 "dürfte (...) kein gewinnträchtiges werden", sagte er. Dabei rechne er erneut mit Belastungen aus der Bereinigung von Rechtsstreitigkeiten. "Ich glaube nicht, dass es wieder fünf Milliarden sein werden wie im vergangenen Jahr."
Ein Verkauf oder ein Börsengang der Tochter Postbank werde in diesem Jahr wohl nicht mehr stattfinden, räumte Schenck ein. "Der Basisfall ist eher 2017. Im heutigen Marktumfeld müssten wir solche Preiskonzessionen machen, dass ein Verkauf nicht sinnvoll wäre." Weitere Abschreibungen für die Postbank seien in diesem Jahr nicht geplant. Schneck bestätigte, dass es Interessenten für die Postbank gebe - "auch wenn es keine 20 sind". Doch diese hielten sich derzeit stark zurück. "Wir machen jetzt unsere Hausaufgaben. Und dann werden wir uns Ende 2016, auf jeden Fall 2017, mit dem Thema beschäftigen."

Wien/Linz (APA) - Der in Frankfurt börsennotierte österreichische Softwarehersteller Fabasoft hat den Umsatz in den ersten neun Monaten 2017/18 um 14,5 Prozent auf 24 Mio. Euro verbessert. Beim Nettogewinn gab es gar eine Verdoppelung von 1,48 auf 3 Mio. Euro. Das Unternehmen hat zuletzt auch Mitarbeiter aufgebaut.
 

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Fabasoft mit neuen Behördenaufträgen, Kapital angehoben

Unterföhring (APA/dpa) - Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat einen Branchenneuling zum neuen Chef gekürt. Der Aufsichtsrat ernannte den früheren Chef des britischen Staubsauger-Herstellers Dyson, Max Conze, am Mittwoch zum Nachfolger des vorzeitig abgelösten Thomas Ebeling.
 

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Staubsauger-Vertreter Conze ProSiebenSat.1-Chef

Luxemburg (APA/dpa) - Bereitschaftsdienste, bei denen Arbeitnehmer innerhalb kurzer Zeit für einen Einsatz zur Verfügung stehen müssen, zählen als Arbeitszeit. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Mittwoch entschieden.
 

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EuGH: Bereitschaftsdienste mit rascher Anwesenheit sind Arbeitszeit