Defizite in EU und Eurozone 2014 rückläufig - Verschuldung steigt

14 Länder haben die Maastricht-Grenze für die Neuverschuldung von drei Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukts (BIP) überschritten. Österreichs Neuverschuldung beläuft sich auf 2,7 Prozent vom BIP. Eurostat hat Vorbehalte gegenüber der Qualität der von Österreich gelieferten Daten.

Brüssel. In der EU und in der Eurozone hat sich 2014 das Defizit verringert, aber der öffentliche Schuldenstand erhöht. Wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte, ging das Defizit im Euroraum auf 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zurück, gegenüber 3,0 Prozent im Jahr 2013. In der gesamten EU verringerte sich die Neuverschuldung im selben Zeitraum von 3,3 auf 3,0 Prozent.

Die Gesamtverschuldung stieg in der Eurozone weiter von 91,1 Prozent im Jahr 2013 auf 92,1 Prozent im Jahr 2014 an, und in der EU von 85,5 Prozent auf 86,8 Prozent. Eurostat revidierte auch die Daten für Österreich. Für 2014 wurde für Österreich ein Defizit von 2,7 Prozent ausgewiesen und ein staatlicher Schuldenstand von 84,2 Prozent. Der Anstieg des Defizits gegenüber ersten Schätzungen vom April um 0,3 Punkte sei hauptsächlich auf eine Revision nach unten des Marktwertes der Vermögensgegenstände in Bezug auf die Gründung einer finanziellen Entschuldungseinrichtung zurückzuführen, erklärte Eurostat.

Einen Haushalts-Überschuss verzeichneten 2014 Dänemark (+1,5 Prozent), Luxemburg (+1,4 Prozent), Estland (+0,7 Prozent) und Deutschland (+0,3 Prozent). Die niedrigsten Defizite wurden von Litauen (-0,7 Prozent), Rumänien (-1,4 Prozent), Lettland (-1,5 Prozent), Schweden (-1,7 Prozent) und Tschechien (-1,9 Prozent) verzeichnet.

14 EU-Staaten überschritten oder erreichten die Maastricht-Grenze von drei Prozent. Es sind dies Zypern (-8,9 Prozent), Portugal (-7,2 Prozent), Spanien (-5,9 Prozent), Bulgarien (-5,8 Prozent), Großbritannien (-5,7 Prozent), Kroatien (-5,6 Prozent), Slowenien (-5,0 Prozent), Irland und Frankreich (je -3,9 Prozent), Griechenland (-3,6 Prozent), Polen und Finnland (je -3,3 Prozent), Belgien (-3,1 Prozent) und Italien (-3,0 Prozent).

Die niedrigste Gesamtverschuldung verzeichneten 2014 Estland (10,4 Prozent), Luxemburg (23,0 Prozent), Bulgarien (27,0 Prozent), Rumänien (39,9 Prozent), Lettland (40,6 Prozent) und Litauen (40,7 Prozent). 16 EU-Staaten lagen über der Maastricht-Schwelle von 60 Prozent des BIP. Die höchsten Verschuldungsquoten verzeichneten Griechenland (178,6 Prozent), Italien (132,3 Prozent), Portugal (130,2 Prozent), Zypern (108,2 Prozent), Irland (107,5 Prozent) und Belgien (106,7 Prozent).

Eurostat äußert einen Vorbehalt gegenüber der Qualität der von Österreich gemeldeten Daten, insbesondere zum Bundeshaushalt. Eine erhebliche Anzahl von Transaktionen werde in den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen derzeit auf Kassenbasis verbucht. Es bestehe das Risiko, dass die Daten im April 2016 revidiert werden. Eurostat erwartet, dass die Statistik Austria und das Finanzministerium gemeinsam daran arbeiten werden, in den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen von einer vornehmlich kassenbasierten Buchung zu einem periodengerechten System überzugehen, unter Verwendung der seit kurzem verfügbaren Quellen, die Finanzierungsrechnungen um Bilanzen sowie Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung ergänzen, teilte das EU-Statistikamt mit.

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi taxiert den Wert seiner Tochterfirma Universal Music Group (UMG) auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Er habe gerade in dieser Woche eine entsprechende Schätzung gesehen, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine am Freitag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. Er gehe aber davon aus, dass der Wert noch darüber liege.
 

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Vivendi-Chef schätzt Wert der Musiksparte auf über 40 Mrd. Dollar

München (APA/dpa) - Es ist Tag eins nach der Hiobsbotschaft. Die Siemens-Mitarbeiter in Leipzig und Görlitz wissen seit weniger als 24 Stunden, dass ihre Werke mit zusammen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden sollen. Und in Erfurt steht das Generatorenwerk auf der Kippe. Doch statt resignierter Katerstimmung herrscht vor allem Wut.
 

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

London/Göteborg (APA/dpa/AFP/Reuters) - Großbritannien und die Europäische Union geben die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen noch nicht auf. Doch müsse London spätestens bis Anfang Dezember Zugeständnisse machen, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag in Göteborg. Nur dann könne Mitte Dezember die zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden.
 

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Warten auf Bewegung beim Brexit - EU präzisierte Frist für London