Daimler weitet Rückrufe wegen Takata-Airbags aus

Der deutsche Autokonzern muss mehr Autos zurückrufen als ursprünglich erwartet wurde. Betroffen sind 200.000 Fahrzeuge in den USA und Kanada.

Stuttgart. Der Autobauer Daimler muss wegen des Airbag-Debakels beim Zulieferer Takata seine Rückrufe in den USA und Kanada ausweiten. Dabei geht es um 200.000 Fahrzeuge, bei denen Beifahrer-Front-Airbags defekt sein könnten. Für die Rückrufaktion stellt Daimler im laufenden Geschäftsjahr einen "mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag" zurück, wie der Autobauer am Donnerstagabend in Stuttgart mitteilte.

Die mangelhaften Takata-Airbags sind seit Jahren schon berüchtigt in der Autobranche. Bei den Luftkissen besteht wegen eines Defekts das Risiko, dass sie zu kräftig auslösen und bei der Explosion Teile der Verkleidung durch das Fahrzeug geschleudert werden. Weltweit werden elf Todesfälle und Dutzende Verletzungen damit in Zusammenhang gebracht, die meisten davon in den USA.

Die US-Verkehrsaufsicht NHTSA hatte zu Monatsbeginn den Rückruf weiterer bis zu 40 Millionen Takata-Airbags angeordnet. Schon zuvor hatte es sich mit knapp 29 Millionen betroffenen Airbags um die größte Rückrufaktion der US-Geschichte gehandelt. Betroffen sind diverse Hersteller, darunter auch große deutsche Autobauer.

Bereits im Februar hatte Daimler mitgeteilt, wegen möglicher defekter Fahrer-Airbags von Takata 840.000 Wagen in den USA in die Werkstätten zu rufen. Für das Geschäftsjahr 2015 legte Daimler damals 340 Millionen Euro zurück. Auch Volkswagen und BMW mussten aufgrund der Airbag-Probleme schon in großem Stil Fahrzeuge zurückrufen.

Takata meint, die Unfälle stünden im Zusammenhang mit besonders heißem und feuchtem Klima. Bis Mitte 2015 lieferten sich die Japaner einen Konflikt mit den US-Behörden, um einen kostspieligen landesweiten Rückruf zu vermeiden. Mittlerweile steckt das Unternehmen wegen tief in der Krise und in den roten Zahlen fest. Bis wann der komplexe Rückruf abgeschlossen werden kann, ist angesichts mangelnder Ersatzteile ungewiss.

Zumindest in Europa sind laut Takata keine Fehlfunktionen bekannt, die im Zusammenhang mit den Gründen der aktuellen Rückrufe stehen. Intensive Tests hätten gezeigt, dass hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit über viele Jahre hinweg die Hauptfaktoren für die Defekte gewesen seien. Dies seien klimatische Verhältnisse, die in großen Teilen Europas so nicht existieren.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro