Daimler-Chef: Vertrauenskrise nach VW-Skandal überwunden

Daimler-Chef Dieter Zetsche glaubt, dass der Abgasskandal von VW und somit einer Vertrauenskrise gegenüber der Autoindustrie überwunden sei. Er glaubt die Kunden und Aktionäre sind wieder an Bord. Und der Markt in China wird weiter wachsen trotz massiver Turbulenzen an den Börsen und rückläufigen Wachstum der Wirtschaft in China.

Detroit (Michigan)/Stuttgart. Der Daimler-Konzern hat nach Ansicht von Vorstandschef Dieter Zetsche das allgemeine Misstrauen gegenüber der Autoindustrie und insbesondere Dieselfahrzeugen wegen des VW-Abgasskandals inzwischen überwunden. Eine Zeit lang habe der ganze Industriezweig die Folgen des Skandals gespürt, sagte Zetsche in Detroit.

Heute hätten die Menschen aber wieder das gleiche Vertrauen in die Marke Mercedes-Benz wie vor Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen.

Sein Unternehmen habe den Aktionären darstellen müssen, was es tue und was es nicht tue, sagte Zetsche am Sonntag (Ortszeit) am Rande der Automesse in Detroit, der größten Branchenschau in den USA. Inzwischen sei das Vertrauen sowohl bei Aktionären als auch bei Kunden zurückgekehrt.

Mercedes-Benz hatte sich in der vergangenen Woche über Rekordverkaufszahlen in den USA freuen können. Gut 380.000 Autos der Marke wurden im Jahr 2015 verkauft, um 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Dagegen wurde der VW-Absatz wegen des Abgasskandals deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Nach US-Ermittlungen hatte der Volkswagen-Konzern im September eingeräumt, in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Schummelsoftware eingesetzt zu haben, die bei Emissionstests einen niedrigeren Stickoxidausstoß anzeigt als auf der Straße.

Zetsche zeigte sich überzeugt, dass Dieselfahrzeuge weiterhin ein Nischendasein in den USA fristen, aber nicht ganz vom Markt verschwinden werden. Der Marktanteil werde nach einer Delle voraussichtlich stabil bleiben, sagte er AFP bei der Mercedes-Party vor dem offiziellen Messebeginn. Nur etwa 3 Prozent aller Wagen in den USA fahren mit Diesel.

Auf den weltgrößten Automarkt China blickt Daimler zuversichtlich. Der Absatz der Kernmarke Mercedes werde dort weiter wachsen, sagte Daimler-Vorstand Hubertus Troska am Sonntag vor Beginn der Automesse in Detroit, ohne eine Prognose für 2016 zu geben. Die Markteinführung der neuen E-Klasse-Limousine in der zweiten Jahreshälfte werde sich positiv auswirken. Über die jüngsten Marktturbulenzen in China sei Daimler "nicht übermäßig besorgt", sagte Troska. Daimler hat 2015 den Absatz in China um 33 Prozent gesteigert und damit den Gesamtmarkt mit geschätzten drei Prozent weit übertroffen.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne