US-Vorwahlen II: Cruz kommt im Bus, Trump in der Privat-Boeing

Im Präsidentschaftsrennen der USA beginnt am Montag (Ortszeit) die Auswahl der Spitzenkandidaten der beiden großen Parteien. Das Duell um den ersten Vorwahlsieg der US-Republikaner startet in Iowa: Cruz gegen Trump.

Des Moines (Iowa)/Washington. Als Ted Cruz mit seinem Wahlkampfbus in Ida Grove vorfährt, empfängt ihn eine Gruppe Jugendlicher jubelnd mit Plakaten, auf denen der republikanische Senator bereits zum nächsten US-Präsidenten erklärt wird.

Der Nachwuchs des 2.000-Einwohner-Dorfes im Nordwesten des US-Staates Iowa trägt trotz des Schnees kurze Hosen. Umstehende Aufsichtspersonen kichern wohlwollend, als die Teenager Witze über den Nachnamen von Präsident Barack Obama machen. Es ist praktisch ein Heimspiel für Cruz.

Der Präsidentschaftsbewerber trägt Jeans und ein schlichtes blaues Hemd. Damit liegt er dicht am Kleidungsstil seiner rund hundert Zuhörer, die sich am Samstag im Gemeindesaal von Ida Grove drängeln. Routiniert spult der erzkonservative Senator sein Wahlkampfprogramm ab, kritisiert den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama für das Atomabkommen mit dem Iran und verspricht die Verteidigung "jüdisch-christlicher Werte". Auch der Seitenhieb auf die Hauptstadt-Elite fehlt nicht: "Wenn ihr einen Kandidaten seht, der von Washington umarmt wird, dann lauft weg und geht in Deckung."

Cruz' Redebausteine kommen gut an im ländlichen Iowa, lange sahen Meinungsforscher ihn in dem Staat vorne. Doch laut einer am Samstag veröffentlichten Umfrage für die Zeitung "Des Moines Register" hat sich der für seine populistischen Rundumschläge berüchtigte Milliardär Donald Trump auch hier an die Spitze gesetzt: Trump liegt bei 28 Prozent, Cruz bei 23 Prozent Zustimmung. Zwischen den beiden Männern dürfte sich die erste Vorwahl der Republikaner am Montag entscheiden.

"Er hat sein Können im Senat unter Beweis gestellt", sagt der Cruz-Unterstützer Joe Cobb, ein Bauarbeiter aus der Nähe von Ida Grove. Der Senator aus Texas habe sich für das Recht auf Waffenbesitz und die Religion eingesetzt. Seine Ehefrau Pam stimmt zu: "Wir brauchen wieder göttliche Weisheit im Weißen Haus."

Allerdings kann sich Pam auch Trump gut als Staatsoberhaupt vorstellen, nicht zuletzt wegen seiner Tiraden gegen illegale Einwanderer und der Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime. "Eine Sache, die ich an Donald Trump mag, ist, dass er mit der politischen Korrektheit aufgehört hat", sagt sie. Zwar sei es "offensichtlich", dass der zum dritten Mal verheiratete Geschäftsmann nicht so religiös sei wie Cruz. "Aber Trump ist Macht. Daraus ergeben sich gute wie schlechte Dinge."

Während Cruz in seinem Bus durch die Ortschaften von Iowa tingelt und sich in Gemeindezentren und Restaurants den Wählern stellt, neigt der durch eine eigene Reality-TV-Show geschulte Trump zu pompösen Auftritten. Mitte Dezember flog er in seiner Privat-Boeing direkt zu einer Wahlkampfveranstaltung im Staat Arizona ein, wo tausende Anhänger das mit seinem Namen verzierte Flugzeug bestaunten.

Auch in Iowa füllt Trump große Hallen. Der politische Seiteneinsteiger boykottierte am Donnerstag die letzte Fernsehdebatte mit seinen republikanischen Rivalen vor der ersten Vorwahl und lud stattdessen zu einer Konkurrenzveranstaltung für Armeeveteranen. Beim Anblick der vielen Kameras sagte er sichtlich zufrieden: "Das ist wie die Oscar-Verleihung."

Die US-Zeitschrift "New Yorker" schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe, dass Trump und Cruz die Vorwahl in Iowa mit einem sehr unterschiedlichen Wahlkampfstil angingen. "Aber beide Bewerber profitieren von einer dramatischen Entwicklung: Die republikanische Partei ist nicht mehr in der Lage, das Rennen um die Nominierung zu kontrollieren."

Den konservativen Eliten, die Trump als unberechenbaren Populisten einstufen und Cruz dessen Alleingänge im Senat übel nehmen, dürfte das Duell in Iowa wie die Wahl zwischen Pest und Cholera vorkommen. Der ursprüngliche Wunschkandidat des Establishments, Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush, ist in Umfragen abgeschlagen. Der als relativ moderat geltende Senator Marco Rubio hat laut der "Des-Moines-Register"-Erhebung mit 15 Prozent ebenfalls wenig Chancen auf den Sieg.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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