Crowdfunding - Anleger können auch Immobilienprojekte mitfinanzieren

Wien/Graz - Die Gründer der steirischen Crowdfunding-Plattform Green Rocket, die sich auf die Finanzierung von Start-ups mit Umweltnutzen spezialisiert, gehen in den Immobilienbereich. Auf Home Rocket können Kleinanleger zwischen 250 und 50.000 Euro in Bauvorhaben investieren. Die Immo-Projekte würde es auch ohne sie geben. Im Pleitefall sind sie schlecht gestellt, dafür gibt es hohe Zinsen.

Hinter Home Rocket stehen die beiden Green-Rocket-Gründer und -Geschäftsführer Wolfgang Deutschmann und Peter Garber sowie die C&P Immobilien AG. Der steirischen Anlagewohnungsfirma gehören 30 Prozent an Home Rocket.

Über die heute, Mittwoch, vorgestellte Plattform homerocket.com können Kleinanleger vorerst in zwei Projekte von C&P investieren: in das Brauquartier Puntigam in Graz sowie in ein Wohnungshaus in der Wiener Donaufelderstraße.

Geplant ist, Home Rocket auch anderen Immobilienentwicklern zugänglich zu machen. Man sei diesbezüglich zwar in Gesprächen, Konkretes sei aber noch nicht absehbar, hieß es am Mittwoch zur APA. Neue Projekte werden von einem Gutachter auf Plausibilität überprüft.

Die ersten zwei Projekte von C&P "könnte die Immobilienfirma theoretisch auch selbst durchfinanzieren", sagte ein Sprecher. Das Grazer Brauquartier ist ein städtebauliches Projekt, das bis 2024 fertig werden soll. In dem 4,3 Hektar großen Areal sollen bis zu 1.800 Menschen wohnen und arbeiten. Über die Crowd wollen die Projektentwickler 1 bis 1,5 Mio. Euro einsammeln.

Kleinanlegern winken 8 Prozent Zinsen, die am Ende der 36-monatigen Laufzeit ausgezahlt werden. Investiert werden können Beträge von 250 bis 50.000 Euro.

Das neue Crowdfunding-Gesetz, das im Herbst kommt und dem sich Home Rocket schon jetzt unterwirft, sieht pro Investor und Projekt lediglich 5.000 Euro im Jahr vor. Diese Grenze kann aber überschritten werden, wenn der Anleger im Schnitt mehr als 2.500 Euro netto im Monat verdient.

Home Rocket will sich zusätzlich an das deutsche Kleinanlegerschutzgesetz halten, das Pendant zum österreichischen Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG). C&P ist auch in Deutschland tätig.

Für Anleger besteht ein Totalverlustrisiko. Ihr Geld ist nämlich als qualifiziertes Nachrangdarlehen deklariert - im Pleitefall werden die Forderungen anderer Gläubiger vorher bedient.

Das zweite C&P-Projekt, das Kleinanleger mit insgesamt 750.000 Euro mitfinanzieren können, befindet sich in Wien-Donaustadt und wirft 5 Prozent Zinsen ab. Baubeginn für das Haus mit 87 Wohnungen ist im Sommer 2015, die Fertigstellung ist mit Ende 2016 angesetzt. Zwei Drittel der Wohnungen sind bereits verkauft.

Wie beim Crowdfunding üblich kommt die Finanzierung über die Masse erst zustande, wenn ein bestimmter Sockelbetrag erreicht wird. Erst dann fließt das Anlegergeld vom Treuhänder an die Immobiliengesellschaft. Ansonsten bekommen die Interessenten ihr Investment wieder zurück.

Über die Plattform Green Rocket wurden bis dato mehr als 2 Mio. Euro für Start-ups eingesammelt.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte