Credit Suisse: 300 Millionen Franken Verlust im 1.Quartal

Zürich - Turbulenzen an den Finanzmärkten und Wertberichtigungen im Anleihengeschäft haben der Credit Suisse den schlechtesten Jahresstart seit der Finanzkrise eingebrockt. Im Auftaktquartal fiel ein Verlust von 302 Mio. Franken (273,2 Mio. Euro) an, wie die zweitgrößte Schweizer Bank am Dienstag mitteilte. Analysten hatten einen noch höheren Fehlbetrag von 424 Mio. Franken erwartet.

"Zwar waren im März und April erste Anzeichen einer vorläufigen Erholung der Aktivität zu erkennen, ungünstige Marktbedingungen und niedrige Kundenaktivität dürften jedoch auch im zweiten Quartal 2016 und möglicherweise darüber hinaus fortbestehen", warnte Konzernchef Tidjane Thiam. Im Vorjahr hatte ein brummendes Handelsgeschäft die Erträge noch sprudeln lassen und zu einem Gewinn von 1,05 Mrd. Franken geführt.

Besonders schlecht lief es im Auftaktquartal im riskanten Investmentbanking. Im Handelsgeschäft verbuchte Credit Suisse einen Vorsteuerverlust von 635 Mio. Franken - nach einem Gewinn von 842 Mio. Franken im Vorjahreszeitraum. Wie die UBS, die Deutsche Bank und die meisten anderen Konkurrenten leidet auch die Credit Suisse unter einem schwierigen Umfeld. Die heftigen Schwankungen an den Börsen und der Rohstoffpreise haben vielen Anlegern die Lust auf Transaktionen verdorben. Dazu kommen die rekordtiefen Zinsen, die die Gewinne der Institute weiter drücken. "Im ersten Quartal 2016, insbesondere im Januar und Februar, war die Situation an den Märkten so schwierig wie selten zuvor", erklärte die Credit Suisse. "Volumen und Kundenaktivität verzeichneten einen drastischen Einbruch."

Bei der Credit Suisse kommen hausgemachte Ursachen hinzu: Der seit Mitte des vergangenen Jahres amtierende Thiam ist dabei, den Konzern stärker auf die Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden auszurichten und das Investmentbanking zu stutzen. Abschreibungen auf notleidende Kredite und andere Bereiche des Anleihengeschäfts, aus denen das Institut ausstieg, sorgten für Zusatzbelastungen. Mit einem verschärften Sparprogramm will Thiam die Auswirkungen der Ertragsflaute abfedern.

In der Vermögensverwaltung, wo die Zürcher weltweit die Nummer vier sind, sammelte die Bank bei reichen Privatkunden in Asien, der Schweiz und dem internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft rund 14 Mrd. Franken an neuen Geldern ein.

Bei der Kapitaldecke hinkt Credit Suisse vielen Konkurrenten hinterher. Trotz einer milliardenschweren Kapitalerhöhung im vergangenen Herbst kommt die Bank immer noch nur auf eine Kernkapitalquote von 11,4 Prozent. Der Schweizer Erzrivale UBS kommt hier auf 14 Prozent. Mit einem für das kommende Jahr geplanten Teil-Börsengang des Schweiz-Geschäfts will Thiam die Bilanz weiter aufpolstern.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro