Corpus-Christi-Werk in Texas soll voestalpine-Umsätze anschieben

Der börsennotierte Stahlkonzern voestalpine will bis zum Jahr 2020 seinen Nordamerika-Umsatz auf drei Milliarden Euro verdreifachen. Als treibende Kraft gilt ein so gut wie schlüsselfertiges Eisenschwamm-Werk im südlichen US-Bundesstaat Texas. Umwelttechnologisch gilt es als "Musterbetrieb", lobte US-Botschafterin Alexa Wesner am Donnerstag vor Journalisten.

Die voestalpine hat sich ihr Werk in Corpus Christi 550 Mio. Euro an Investitionssumme kosten lassen. Der Testlauf von einem Teil der Anlage ist bereits gestartet. Bis zum Herbst soll die Anlage in Corpus Christi hochgefahren sein. Das erste Schiff mit Eisenerz aus Brasilien zur Weiterverarbeitung soll Ende April einlaufen. Wobei, "zwei Monate auf oder ab" spielten bei so einem großen Projekt keine Rolle, erklärte Konzernchef Wolfgang Eder am Donnerstag im gemeinsamen Pressegespräch mit Wesner.

Mit Inbetriebnahme des Werks in Texas hält Eder ein Anwachsen des Konzernumsatzes in den USA, Kanada und Mexiko auf drei Milliarden in den nächsten fünf Jahren - weitere Investitionen u.a. in Mexiko hinzugerechnet - für "realistisch". Die Anlage soll 2017/18 zwei Millionen Tonnen Eisenpellets produzieren, die dann in die Welt und nach Österreich zur Weiterverarbeitung verschifft werden. In die Anlage integriert ist ein eigener Verladehafen.

Die voestalpine habe mit Corpus Christi eine umwelttechnologische "Benchmark" in den USA gelegt, fand die in Österreich stationierte US-Botschafterin Wesner lobende Worte für das neue Werk der voestalpine. Nicht zuletzt entstehen in Corpus Christi dadurch 150 Jobs für US-Amerikaner, die von den Österreichern geschult werden. Die USA seien ein "sicherer Hafen für die Industrie", hob sie weiters hervor.

Wäre die Anlage in Österreich gebaut worden, wären die Betriebskosten im Vollbetrieb laut Eder jährlich um 200 Mio. Euro höher. Erdgas sei in Österreich dreimal so teuer wie in den USA, so die bereits in der Vergangenheit geäußerten Argumente des Konzernchefs. Das Corpus Christi-Werk soll so eine deutliche Kostenentlastung in der Stahlerzeugung bringen.

Der Nordamerika-Umsatz der voestalpine nahm im Geschäftsjahr 2014/15 neun Prozent des Gesamtumsatzes ein. Dieser Anteil soll bis 2020 auf 20 Prozent anwachsen. Im gleichen Atemzug erwartet der Konzernchef, dass der lukrierte Umsatz in der Europäischen Union bis zu diesem Zeitpunkt von aktuell 73 Prozent auf rund 60 Prozent reduziert wird. In den USA setzt der ehemalige Stahlriese - weniger als 30 Prozent des Umsatzes ist heute noch durch reine Stahlproduktion - auf die Bereiche Automobil, Eisenbahn und Luftfahrt. voestalpine-Konzernchef Eder versteht das ehemalige staatliche Paradeunternehmen mittlerweile als Technologiegüterkonzern. Angesichts der lahmenden Weltwirtschaft und des Verfalls der Rohstoffpreise musste das Unternehmen seine strategischen Umsatzziele für 2020 von ursprünglich 20 auf 15 Mrd. Euro nach unten schrauben.

Derzeit hat der Konzern 64 Standorte und rund 3.000 Mitarbeiter in Nordamerika, davon 46 Standorte in den USA. Die Anteile der Nordamerika-Anleger an dem börsenotierten Unternehmen betragen 13 Prozent, darunter befinden sich auch Pensionsfonds wie der Texas Teachers Fund. Laut Eder lag der Anteil der US-Aktionäre in der Vergangenheit schon einmal bei 25 Prozent.

Der Personalstand der voestalpine beträgt rund 47.500 Mitarbeiter, davon die Hälfte im Ausland. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2014/15 belief sich auf 11,2 Mrd. Euro. Der Konzern erzielte mit etwa 500 Gesellschaften und Standorten in mehr als 50 Ländern unter dem Strich einen Gewinn von fast 540 Mio. Euro.

Frankfurt/Ludwigshafen (APA/Reuters) - BASF spricht über eine Fusion seiner Öl- und Gas-Tochter Wintershall mit der vom russischen Milliardär Michail Fridman kontrollierten Dea AG. BASF würde die Aktienmehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten, teilte der deutsche Konzern am Freitag mit. Mittelfristig sei ein Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens eine Option.
 

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BASF spricht über Fusion der Tochter Wintershall mit Dea

Frankfurt (APA/Reuters) - Eine neue Vorschrift zur Bilanzierung droht die Banken zu belasten. Basierend auf Informationen direkt überwachter Geldhäuser, die besser auf die Umstellung vorbereitet seien, betrage die negative Auswirkung auf die harte Kernkapitalquote (CET 1) im Schnitt geschätzte 40 Basispunkte, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mit.
 

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EZB - Neue Bilanzierungsregel knabbert Banken-Kapitaldecke an

Bonn/Frankfurt (APA/dpa) - Die Preisexplosion für innerdeutsche Flugtickets nach der Air-Berlin-Pleite ruft das deutsche Bundeskartellamt auf den Plan. Die Wettbewerbsbehörde hat entschieden, die Preise beim Branchenprimus, der AUA-Mutter Lufthansa, zu prüfen.
 

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Deutsches Kartellamt prüft Lufthansa-Preise nach Air-Berlin-Pleite