Commerzbank macht Tabula rasa mit 400 Schwarzgeld-Kunden in Luxemburg

Nachdem die Kunden der Commerzbank die Aufforderung zur Selbstanzeige beim Fiskus ignoriert haben, hat die Bank die Schwarzgeld-Kunden gekündigt. Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen Steuerhinterziehung und Beihilfe dazu.

Frankfurt. Die Luxemburger Tochter der deutschen Commerzbank hat Medienberichten zufolge 400 Bankkunden gekündigt, bei deren Kapitalanlagen es sich mutmaßlich um Schwarzgeld handelt. Die Kündigung wird zum 30. April wirksam, wie "Süddeutsche Zeitung", WDR und NDR am Dienstag berichteten. Die Kunden hätten nicht auf wiederholte Aufforderungen der Bank reagiert, Selbstanzeige beim Fiskus zu stellen.

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen etliche Kunden der Commerzbank International S.A. Luxemburg (Cisal) sowie Mitarbeiter der Bank wegen Steuerhinterziehung beziehungsweise Beihilfe hierzu.

2008 hatte die Cisal dem Bericht zufolge noch 19.250 Kunden-Konten, auf denen Vermögen in Milliardenhöhe lagerte, ein Großteil davon mutmaßlich Schwarzgeld. Die Zahl der Konten sei nach einem jahrelangen Aufräumprozess auf jetzt nur noch etwas mehr als 4000 gesunken. Die Commerzbank erklärte dazu, der Rückgang der Luxemburger Konten habe mehrere Gründe gehabt. Ein wesentlicher Teil dieser Gelder werde nicht mehr bei der Cisal, aber weiterhin innerhalb der Commerzbank verwaltet. Inwieweit es sich auch um Schwarzgeld gehandelt habe, sei Bestandteil des Ermittlungsverfahrens.

Die Cisal betreute dem Bericht zufolge 2008 außerdem 242 Panama-Gesellschaften, das meiste davon mutmaßlich Briefkasten-Firmen, mit 419 Millionen Euro Kapital. Davon seien noch rund 50 Panama-Firmen mit weniger als 100 Millionen Euro Vermögen übrig. Die Commerzbank erklärte dazu dem Bericht zufolge, es gebe auch Panama-Gesellschaften, die nicht der Steuerhinterziehung, sondern legalen Zwecken dienten. Dieses Geschäft werde weiter betrieben.

Die Cisal verschickte laut "SZ", WDR und NDR seit dem 23. Mai 2013 insgesamt sieben Rundschreiben, in denen mutmaßliche Schwarzgeld-Kunden aufgefordert wurden, ihre steuerliche Situation zu klären. Im Mai 2013 hatte die EU im Kampf gegen die Steuerhinterziehung einen automatischen Informationsaustausch beschlossen. Das war faktisch das Ende des Bankgeheimnisses.

Von da an übte die Cisal dem Bericht zufolge auf verdächtige Kunden immer stärker Druck aus, reinen Tisch beim Fiskus zu machen. Bei den letzten rund 400 Kunden, die darauf immer noch nicht reagiert hätten, sei im Jänner 2015 die Kündigung zum 30. April erfolgt. Die Cisal wolle dann sämtliche Dienstleistungen für diese Konten einstellen und die Kreditkarten sperren. Schließfächer müssten zum "nächstmöglichen Zeitpunkt" geräumt und die Schlüssel zurückgegeben werden.

Berlin/Frankfurt (APA/dpa) - Der irische Billigflieger Ryanair hat die Gewerkschaft Verdi als Verhandlungspartner für das in Deutschland stationierte Kabinenpersonal anerkannt. Die Gewerkschaft will nun zügig Tarifverhandlungen aufnehmen, wie sie am Mittwoch mitteilte.
 

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Ryanair erkennt Verdi als Verhandlungspartner für Kabine an

München (APA/Reuters) - Die deutsche Internet-Kleinanzeigenbörse Scout24 will mit der Übernahme des Vergleichsportals Finanzcheck.de künftig mehr an Gebrauchtwagen-Krediten verdienen. Der Münchner Betreiber der Portale autoscout24.de und immobilienscout24.de zahlt für den defizitären Ratenkredit-Vermittler 285 Millionen Euro.
 

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Scout24 kauft Vergleichsportal Finanzcheck.de

Washington/Berlin (APA/Reuters) - IWF-Chefin Christine Lagarde hat US-Präsident Donald Trump vor einer Eskalation des Handelsstreits gewarnt. "Die Spannungen in der Handelspolitik haben bereits ihre Spuren hinterlassen, das Ausmaß der Schäden aber hängt davon ab, was die Politik als Nächstes tut", schrieb Lagarde in einem am Mittwoch veröffentlichen Blog im Vorfeld des G-20-Finanzministertreffens am Wochenende in Buenos Aires.
 

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IWF-Chefin Lagarde - Handelsstreit dürfte USA am härtesten treffen