Commerzbank-Chefvolkswirt kritisiert lockere EZB-Geldpolitik

Kritik an der lockeren Geldpolitik der EZB übt der Chefvolkswirt der deutschen Commerzbank, Jörg Krämer: "Ich würde die Geldpolitik nicht so locker fahren und keinesfalls die Zinsen weiter senken. Stattdessen würde ich einen Ausstiegsplan aus der lockeren Geldpolitik entwickeln", sagte er in einem Interview mit dem "WirtschaftsBlatt" (Montag-Ausgabe).

Wichtig dabei wäre, dass die EZB ihr Inflationsziel pragmatisch interpretiert und anerkennt, dass nach dem Platzen von Schuldenblasen Wachstum und Inflation unvermeidlich viele Jahre niedrig sind, so Krämer wörtlich: "Ich würde nicht wie die EZB gegen Windmühlen, gegen das Unvermeidliche ankämpfen."

Normalerweise lasse die EZB den Ölpreis unberücksichtigt, aber das habe sie in der Vorwoche nicht gemacht, "sondern für März eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt, was ich für falsch halte". Das immer weitere Nachlegen helfe der Konjunktur kaum, es ändere wenig an der niedrigen Inflation und schon gar nichts am Ölpreis. Aber es nehme Reformdruck von den hoch verschuldeten Staaten und begünstige Übertreibungen auf dem Immobilienmarkt. "Schauen Sie sich an, wie in den großen Städten die Immobilienpreise steigen. Das kann in ein paar Jahren zu gefährlichen Preisblasen führen", so der Commerzbank-Chefvolkswirt.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne