Comdirect hält Dividende trotz höheren Gewinns stabil

Frankfurt (APA/Reuters) - Bei der deutschen Commerzbank-Tochter Comdirect laufen die Geschäfte ungeachtet der anhaltenden Nullzinsen gut. Wie die Direktbank am Dienstag mitteilte, verdiente sie im vergangenen Jahr dank des regen Handels ihrer Kunden mit Wertpapieren vor Steuern 94,4 Mio. Euro und übertraf das eigene Gewinnziel von 85 Millionen Euro klar.

2016 hatte ein Sondererlös aus dem Verkauf von Teilen des Kreditkartenanbieters Visa Europe das Ergebnis auf mehr als 120 Mio. Euro aufgebläht. Rechnet man diesen Effekt von 41 Mio. Euro heraus, lag der Gewinn 2017 um fast ein Fünftel über dem des Vorjahres.

An die Aktionäre - die Commerzbank hält 82 Prozent der Anteile - soll eine stabile Dividende von 25 Cent je Aktie ausbezahlt werden. Den Rest des Gewinns will Comdirect-Chef Arno Walter in weiteres Wachstum stecken. Akquisitionen wie der Kauf des Online-Brokers Onvista im vergangenen Jahr stehen nach den Worten Walters aber erst einmal nicht auf der Agenda. "Das heißt aber nicht, dass wir bei Gelegenheit nichts tun würden." Auch die Kaufgelegenheit Onvista habe sich eher kurzfristig ergeben.

Mit Onvista kamen im vergangenen Mai 100.000 neue Kunden zu Comdirect. Insgesamt wickelten Ende vergangenen Jahres 3,34 Mio. Menschen Bankgeschäfte über die Online-Bank ab, das Gros davon entfiel auf den Wertpapierhandel. Die seit Mai vergangenen Jahres angebotene digitale Vermögensverwaltung Cominvest erfreue sich zunehmender Beliebtheit, sagte Walter. Seit dem Start vor neun Monaten haben Kunden bereits rund 200 Mio. Euro bei Comdirect angelegt. Geld verdiente die Bank vor allem durch Gebühren, etwa für die Ausführung von Orders oder die Depotverwaltung. Der Zinsüberschuss ging erneut zurück, allerdings sieht Walter hier die Talsohle erreicht.

Insgesamt verwaltete Comdirect Ende 2017 2,08 Millionen Wertpapierdepots. Das Kundenvermögen stieg binnen Jahresfrist um 15,6 auf 91,4 Mrd. Euro - ein neuer Rekord. Walter will mit neuen Angeboten für jüngere, onlineaffinere Kunden wachsen und den Marktanteil der Bank steigern. Welchen Anteil am Kuchen er auf mittlere Sicht anpeilt, wollte er aber nicht verraten.

Um den im September eingestiegenen aktivistischen Fonds Petrus Advisors bleibt es unterdessen weiter überraschend ruhig. Petrus hatte damals erklärt, man wolle den Anteil schrittweise auf mehr als fünf Prozent erhöhen. Der neue Aktionär hatte unter anderem Umbesetzungen im Management, einen unabhängigen Aufsichtsrat, die Umstellung von Vergütungsplänen auf Comdirect- statt wie bisher auf Commerzbank-Aktien, einen Verkauf der Tochter eBase und Einsparungen von 25 Mio. Euro gefordert. Comdirect-Finanzchef Dietmar von Blücher hielt sich am Dienstag bedeckt zu Petrus und sagte lediglich, das Management sei mit allen Aktionären im Gespräch.

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