Coface - Handelsstreit bremst Wirtschaftswachstum

Wien (APA) - Der internationale Handelsstreit, der derzeit vor allem zwischen den USA und China eskaliert, und der steigende Ölpreis hinterlassen bereits erste Spuren. Der Kreditversicherer Coface ortet jedenfalls eine erste Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den Industrieländern und hat nun die Bonität einiger Branchen und Länder herabgestuft, wie aus seinen aktuellen Bewertungen hervorgeht.

"Die Vorzeichen eines Handelskrieges zu Beginn des Jahres sind inzwischen real geworden", stellt Coface-Österreich-Chef Michael Tawrowsky fest. Die protektionistische US-Politik betreffe bei den chinesischen Exporten auch viele Produkte im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Deshalb wird die Branche in dem Land nun als "hohes Risiko" eingestuft, das ist die zweitschlechteste Bewertung auf einer vierstufigen Skala.

Unter den Ländern, denen die USA Importzölle auf Stahl und Aluminium auferlegt haben, sei wohl Kanada am stärksten betroffen, so die Einschätzung des Kreditversicherers. Immerhin würden 87 Prozent der kanadischen Stahlproduktion in die Vereinigten Staaten geliefert. Der Metallsektor in dem Land wurde daher auf die schlechteste Bewertung ("sehr hohes Risiko") herabgestuft. Parallel dazu erhielt derselbe Sektor in den USA ein "Upgrade" auf die zweitbeste Bewertung ("mittleres Risiko").

Neben dem zunehmenden Protektionismus, dem gebremsten Welthandel und den höheren Ölpreisen nennt Tawrowsky auch "Risse in der Eurozone" und "Kapitalabflüsse aus größeren Emerging Countries" als "aktuelle Warnsignale". Obwohl der Ölpreis mit 75 Dollar je Fass noch deutlich unter den 110 Dollar von 2012 liege, seien "die Anzeichen signifikant, dass der Höhepunkt des Wirtschaftswachstums erreicht ist".

Die Zuversicht habe - angesichts des zunehmenden Protektionismus seitens der USA - bereits zu Beginn des Jahres nachgelassen. "Nun schwächt sich das Wachstum tatsächlich ab", heißt es bei Coface. Für die internationalen Industrieländer rechnet der Kreditversicherer für heuer mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent und für 2019 von 2 Prozent. In der Eurozone soll es 2018 einen Anstieg von 2,1 Prozent geben, 2019 nur noch von 1,8 Prozent. Einzig in den USA habe sich das Wachstum noch nicht verlangsamt, im Gegenteil: laut Coface soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dort heuer um 2,7 Prozent zulegen - 2017 waren es 2,3 Prozent.

Insgesamt steige aber das Kreditrisiko in den Industrieländern: Vor allem in Italien müssen die überschuldeten Unternehmen mit härteren Kreditkonditionen rechnen. Die Länderbewertung wurde jedenfalls schon mal auf A4 ("noch akzeptabel") - die vierte von acht Stufen - herabgesetzt.

Den Ölpreis sieht Coface bis Ende des Jahres bei 70 bis 75 Dollar pro Barrel (159 Liter) - ein massives Plus von 30 Prozent gegenüber dem Durchschnittspreis des Vorjahres. Für den Energiesektor sei dies eher positiv. In fünf Ländern wurde die Risikobewertung der Branche daher verbessert - in den USA ("niedriges Risiko"), Kanada, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Frankreich ("mittleres Risiko"). Die exportierenden Nationen wie etwa der Oman und Malaysia profitierten vom gestiegenen Ölpreis; die Handelsbilanzen der importierenden Länder gerieten indes unter Druck.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht