Cloud-Wachstum bei Oracle enttäuscht - Aktie bricht ein

Bangalore/Berlin/Redwood (Kalifornien) (APA/Reuters) - Das Wachstum in Oracles wichtiger Cloud-Sparte hat die Erwartungen der Analysten verfehlt. Zwar legte das Geschäft mit Computerdiensten über das Internet im abgelaufenen Quartal um fast 32 Prozent auf 1,57 Mrd. Dollar (1,28 Mrd. Euro) zu, wie der SAP-Konkurrent in der Nacht zu Dienstag bekannt gab. Experten hatten jedoch mit mehr gerechnet.

Dies schürte Zweifel daran, ob der Silicon-Valley-Pionier trotz hoher Investitionen in das Zukunftsgeschäft gegen jüngere Konkurrenten wie Salesforce, Amazon oder Google langfristig punkten kann. Enttäuschte Anleger straften Oracle ab: Die Aktie brach nachbörslich mehr als sechs Prozent ein. Im Sog ging es am Dienstag für SAP 0,7 Prozent nach unten. Auch der deutsche Softwareriese stieg relativ spät in den Cloud-Markt ein, machte jedoch zuletzt deutlich Boden gut.

"Die Herausforderung für Oracle ist, dass sie die Kunden ihrer Datenbankmanagementsysteme dazu bringen müssen, sich für die Oracle-Cloud zu entscheiden statt ihre Oracle-Lizenzen über AWS (Amazon), Azure (Microsoft) oder Google laufen zu lassen", sagte Analyst Steve Koenig von der Investmentfirma Wedbush Securities. Im Gegensatz zu SAP kommt bei Oracle der mit weitem Abstand größte Teil der Einnahmen weiterhin aus dem klassischen Geschäft mit Software-Lizenzen. Dort erhöhten sich die Erlöse im dritten Geschäftsquartal zu Ende Februar um fast vier Prozent auf 6,42 Mrd. Dollar. Der Gesamtumsatz legte um 6,1 Prozent auf knapp 9,8 Mrd. Dollar zu.

Unter dem Strich stand wie bei vielen anderen Firmen ein satter Verlust. Wegen der US-Steuerreform von Präsident Donald Trump musste Oracle eine Einmalbelastung in Höhe von 6,9 Mrd. Dollar verbuchen, was zu einem Quartalsverlust von rund vier Milliarden Dollar führe. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Gewinn von etwa 2,2 Mrd. Dollar in der Bilanz gestanden.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker