Clinton und Trump bauten Vorsprung bei US-Vorwahlen aus

Palm Beach/Washington/Columbus (Ohio) - Bei den US-Vorwahlen am Dienstag in fünf weiteren Staaten haben sich die Favoriten Hillary Clinton und Donald Trump durchgesetzt. Die Demokratin gewann nach Hochrechnungen aus der Nacht die Abstimmung in allen fünf Staaten, womit ihr die Nominierung als Präsidentschaftskandidatin kaum noch zu nehmen sein dürfte. Trump musste einen Staat abgeben.

Es gelang ihm allerdings mit einem Sieg im bevölkerungsreichen Florida, den gemäßigten, parteiinternen Rivalen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur, Marco Rubio, zur Aufgabe zu zwingen. Dennoch könnte die Entscheidung erst auf dem Parteitag im Sommer fallen, was die Republikaner vor eine Zerreißprobe stellen dürfte.

Clinton setzte sich in Florida, Ohio, Illinois und North Carolina gegen ihren Rivalen Bernie Sanders durch. Dem Sender MSNBC zufolge lag sie auch in Missouri voran, wo das Rennen bei beiden Parteien äußerst knapp ausfiel. Hier ging es nur um wenige tausend Stimmen - bei insgesamt vielen Hunderttausend.

Trump musste zwar Ohio an den Gouverneur des Staates, John Kasich, abgeben, fuhr aber mit Florida einen besonders wichtigen Sieg ein: Der Staat mit knapp 20 Millionen Einwohnern schreibt bei den Republikanern dem Gewinner gleich alle Delegiertenstimmen auf dem Nominierungsparteitag zu. Um auf der Convention im Juli automatisch nominiert zu werden, muss ein Kandidat die Mehrheit dieser Stimmen aus allen Staaten für sich verbuchen.

Durch Trumps Sieg in Florida verliert das republikanische Establishment seinen letzten Hoffnungsträger, den 44-jährigen Marco Rubio. Der Senator hatte einen Sieg in seinem Heimatstaat zur Bedingung für eine weitere Bewerbung gemacht. "Es ist nicht Gottes Wille, dass ich 2016 Präsident werde - vielleicht niemals", sagte Rubio vor seinen Anhängern in Miami. Er gab dem Establishment der Republikaner die Schuld am zerrissenen Zustand der Partei. "Wir brauchen eine lebendige konservative Bewegung, die nicht auf Furcht aufbaut." Die Republikaner brauchten eine neue Führung

Im Rennen bei den Republikanern ist damit neben Trump und Kasich noch Ted Cruz aus Texas. Der tiefgläubige Senator ist ein Liebling der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung und hat sich mit der Parteispitze überworfen. Viele Republikaner gehen davon aus, dass er bei der eigentlichen Präsidentenwahl Anfang November genauso wie Trump eher schlechte Chancen gegen Clinton haben dürfte. Mit kontroversen Aussagen etwa zu Einwanderern und Muslimen hat der Milliardär und Populist Trump bei vielen Amerikanern für Kopfschütteln gesorgt.

Damit steht die Partei in den kommenden Monaten vor einem Dilemma. Rechnerisch muss Trump bei den verbliebenen Vorwahlen bis Juni noch 54 Prozent der ausstehenden Delegiertenstimmen gewinnen, um über die Schwelle von 1.237 Delegierten zu kommen, die einen Sieg auf dem Parteitag garantiert. Das gilt als machbar, weil Abstimmungen in weiteren "Winner-Takes-All"-Staaten wie Arizona und New Jersey bevorstehen. Dass einer seiner Bewerber vorher ausreichend Stimmen sammelt, ist ausgeschlossen.

Sollten dagegen Cruz und Kasich Trump noch so viele Stimmen abjagen können, dass Trump nicht die erforderliche Mehrheit erreicht, würde es zu Kampfabstimmungen auf dem Parteitag kommen. Aus einer derartigen "Brokered Convention" könnte auch Kasich als Sieger hervorgehen, der gegenwärtig bei den Delegiertenstimmen weit hinter Trump und Cruz liegt. Einen derartigen Parteitag hat es in den USA allerdings seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Tatsächlich wurde das heutige Vorwahlsystem eingeführt, weil dieser Ablauf als undemokratisch galt.

Entsprechend dürften die Republikaner in diesem Fall als Partei einen hohen Preis zahlen. Sollte Trump trotz einer Mehrheit der Delegiertenstimmen auf dem Parteitag nicht zum Kandidaten gekürt werden, wäre eine heftige Reaktion der Basis sicher. Viele von seinen Anhängern sehen Trump als Alternative zu den verhassten etablierten Strukturen in der Politik. Die Entfremdung von Millionen potenzieller Wähler könnte die Republikaner nicht nur die Präsidentschaft kosten, so die Befürchtung, sondern bei den parallel angesetzten Kongresswahlen auch die Mehrheit im Senat.

Vor diesem Hintergrund rief der 69-jährige Trump in seiner Siegesrede in der Nacht auf Mittwoch die Republikaner zur Geschlossenheit auf. "Die Tatsache ist, dass wir die Partei zusammenbringen müssen", erklärte er in Florida. Er habe für die Republikaner Millionen neue Wähler gewonnen: "Es kommen Demokraten zu uns, Unabhängige kommen dazu, und - das ist sehr, sehr wichtig - Menschen, die noch nie zuvor eine Stimme abgegeben haben", sagte Trump. "Das ist etwas Wunderbares."

Clinton sagte vor jubelnden Anhängern: "Wir kommen der Nominierung der demokratischen Partei näher - und dem Sieg bei der Wahl im November." Dies sei möglicherweise "einer der folgenreichsten Wahlkämpfe unseres Lebens". An Trumps Adresse sagte Clinton: "Unser Oberkommandierender muss in der Lage sein, unser Land zu verteidigen und nicht, es zu erniedrigen. Er sollte unsere Verbündeten für uns einnehmen und sie nicht vor den Kopf stoßen." Clinton muss 2.382 Parteitags-Delegierte für sich gewinnen.

Cruz sagte trotz seiner bescheidenen Dienstags-Ergebnisse: "Das war eine gute Nacht. Wir sammeln weiter Delegierte auf dem Weg zum Sieg." Eilig warb Cruz um die Anhänger des ausgestiegenen Rubio, den er nun als Freund und Kollegen bezeichnete: "Wir empfangen Euch mit offenen Armen."

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma