Clinton-Stiftung räumte Fehler bei Finanzberichten ein

Washington - Nach dem Wirbel um ihre E-Mail-Nutzung als US-Außenministerin gerät die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton nun wegen des Geschäftsgebarens ihrer Familienstiftung in Erklärungsnot. Die Clinton-Stiftung räumte am Sonntag (Ortszeit) Fehler bei der Offenlegung ihrer Spender ein.

Die Republikaner schüren Spekulationen, dass ausländische Regierungen möglicherweise über finanzielle Zuwendungen politischen Einfluss auf Clinton ausüben. Konkrete Beweise gibt es aber nicht.

Die Wohltätigkeitsorganisation teilte mit, versehentlich Zuschüsse ausländischer Regierungen mit anderen Spenden vermischt zu haben. "Wir haben Fehler gemacht, wie es viele Organisationen unserer Größe tun", schrieb Stiftungsdirektorin Maura Pally. "Aber wir handeln schnell, um sie zu beheben." Die Stiftung habe eine externe Überprüfung der Finanzberichte veranlasst. Die Regierungszuschüsse würden korrekt aufgelistet, die geprüften Berichte könnten auf der Website der Stiftung eingesehen werden.

Der frühere Präsident Bill Clinton (1993-2001) hatte die Wohltätigkeitsorganisation nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit gegründet. Seine Ehefrau Hillary stieß im Frühjahr 2013 dazu, nach ihrer Zeit als Außenministerin. Auch die gemeinsame Tochter Chelsea spielt eine führende Rolle in der Familienstiftung, die seit ihrer Gründung knapp zwei Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) an Spenden lukrierte. Die Clinton Foundation engagiert sich unter anderem im Kampf gegen Aids. Weitere Ziele sind die Bekämpfung des Klimawandels und der Armut in Entwicklungsländern sowie der Einsatz für Frauenrechte.

Die Tatsache, dass sich unter den Geldgebern auch eine Reihe ausländischer Regierungen befinden, hatte schon früher Fragen nach möglichen Interessenskonflikten aufgeworfen. Mit Hillary Clintons Entscheidung, sich nach ihrem gescheiterten Anlauf im Jahr 2008 erneut um die Präsidentschafskandidatur zu bewerben, rückten die Aktivitäten der Stiftung erneut in den Fokus. Die frühere Außenministerin zog sich aus der Organisation zurück, als sie vor zwei Wochen ihre Bewerbung für die Kandidatur der Demokratischen Partei offiziell verkündete.

Die Anschuldigungen finden sich in dem Buch "Clinton Cash" wieder, das am 5. Mai in die Buchhandlungen kommen soll. Buchautor Peter Schweizer nimmt Spenden ausländischer Regierungen an die Stiftung unter die Lupe und legt ohne konkrete Beweise nahe, dass Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin von 2009 bis 2013 im Gegenzug für Spenden an die Stiftung Gefallen gewährte.

Schweizer forderte am Sonntag im Fernsehsender ABC strafrechtliche Ermittlungen zu den Finanzen der Clinton-Stiftung. "Das ist Teil eines größeren Musters", sagte der Autor. "Entweder kommt man zu dem Schluss, dass das alles Zufälle sind - oder etwas anderes ist im Gange." Im Fernsehsender Fox News prangerte er eine "Mischung aus Öffentlichem und Privatem" an, die einen "sehr gefährlichen Cocktail" an Interessenskonflikten ergeben habe. Die Stiftung habe aus Clintons Rolle als Außenministerin Profit geschlagen.

Clintons Demokraten werfen Schweizer dagegen Parteilichkeit vor. Der Autor war Redenschreiber des republikanischen Ex-Präsidenten George W. Bush und Berater der erzkonservativen Vize-Präsidentschaftskandidatin von 2008, Sarah Palin. Das Buch verfolge lediglich das Ziel, die Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten zu beschädigen, hieß es.

Bereits im März war ans Licht gekommen, dass Clinton während ihrer Zeit als Außenministerin ausschließlich ihre persönliche E-Mail-Adresse nutzte. Die Daten speicherte sie auf einem Server in ihrem Haus, angeblich private E-Mails ließ sie löschen. Clinton wies den Vorwurf der Geheimniskrämerei zurück und erklärte, sie habe "aus Bequemlichkeit" nur ein E-Mail-Konto geführt.

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma