Clinton und Sanders kämpfen um Wähler in Michigan

Der Skandal um bleiverseuchtes Trinkwasser in der ehemaligen General-Motors-Hochburg Flint prägt den Wahlkampf der Demokraten in Michigan. Bernie Sanders will gegen Hillary Clinton punkten. Arnold Schwarzenegger unterstützt den bisherigen Loser John Kasich. Er konnte in 22 Vorwahlen der Republikaner noch keinen Erfolg verbuchen. Vier weitere Vorwahlen haben die Republikaner diese Woche auf dem Programm, die Demokraten wählen in zwei US-Staaten.

Washington/Flint (Michigan). Trotz einer Reihe von Erfolgen für ihren parteiinternen Rivalen Bernie Sanders steuert die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton bei den Vorwahlen der Demokraten in den USA auf die Nominierung als Präsidentschaftskandidatin zu.

Der republikanische Bewerber Donald Trump habe bisher 3,6 Millionen Stimmen bekommen - "es gibt nur einen Kandidaten, der mehr Stimmen hat als er, und das bin ich", sagte eine selbstbewusste Clinton am Sonntagabend.

Clinton hatte am Samstag die Vorwahl in dem wichtigen Staat Louisiana gewonnen, Sanders konnte in den kleineren Staaten Kansas und Nebraska punkten und holte laut TV-Sendern auch den Staat Maine. Allerdings hat bei den Gesamt-Delegiertenstimmen der bisherigen Vorwahlen Sanders nur etwa die Hälfte derjenigen Clintons.

Clinton und Sanders lieferten sich am Sonntag im TV-Sender CNN eine heftige Debatte in der Stadt Flint im US-Staat Michigan, wo am Dienstag Vorwahlen abgehalten werden. Sanders will dort punkten, damit der Vorsprung Clintons nicht zu groß wird.

Sowohl der linksgerichtete Sanders als auch Clinton gingen in Flint ausführlich auf den Skandal um bleiverseuchtes Trinkwasser in der Stadt ein. Sanders sagte, er sei "erschüttert" von seinen Gesprächen mit Einwohnern. Er forderte ebenso wie Clinton den Rücktritt des republikanischen Gouverneurs von Michigan, Rick Snyder. Seiner Rivalin Clinton hielt Sanders erneut vor, mit der Finanzwelt zusammenzuarbeiten.

Blei im Trinkwasser

Mehr als 8000 Kinder wurden in der 100.000-Einwohner-Stadt Flint, die seit der Schließung der Werke von General Motors wirtschaftlich am Boden liegt, über mehr als ein Jahr durch Blei im Trinkwasser vergiftet. Erst durch Aktivitäten von Bürgern kam der Skandal ans Tageslicht.

Bei Kindern in Flint waren deutlich erhöhte Bleiwerte festgestellt worden, viele Einwohner klagen über Hautausschlag, Erbrechen und Haarausfall. Hintergrund der Vergiftungen sind Sparmaßnahmen, die im Jahr 2011 eingeleitet wurden, um die städtischen Finanzen von Flint zu sanieren. Die Stadtverwaltung begann im April 2014 damit, Wasser aus dem Flint-Fluss zur Trinkwasseraufbereitung zu nutzen. Zuvor war Trinkwasser aus Detroit bezogen worden.

Bei den Republikanern konnte unterdessen der Senator Marco Rubio einen Sieg für sich verbuchen. Der 44-Jährige habe einen komfortablen Vorsprung auf der spanischsprachigen Karibik-Insel Puerto Rico, berichteten die Sender CNN und NBC News am Sonntag (Ortszeit). Es war erst der zweite Sieg für den Sohn kubanischer Einwanderer.

Ein neuer Action-Hero

Klarer Favorit bei den Republikanern ist der rechtspopulistische Geschäftsmann Donald Trump, der bereits in zwölf Staaten gewann. Der erzkonservative Senator Ted Cruz siegte in sechs. Der vierte Mitbewerber John Kasich, Gouverneur von Ohio, konnte bisher noch keinen Sieg verbuchen.

Kasich hat nun aber den aus der Steiermark stammenden früheren Schauspieler und Ex-Gouverneur von Kalifornien Arnold Schwarzenegger als Unterstützer gewonnen. Beide traten am Sonntag zusammen in Columbus (Ohio) auf. Schwarzenegger pries Kasichs Verdienste unter anderem in der Vergangenheit als langjähriger Kongressabgeordneter in Washington. "Er hat einigen wichtigen Leuten in den Hintern getreten", zitierte die "New York Times" Schwarzenegger. "Er war ein Actionheld (..)."

Bei den Republikanern wird am Dienstag in Michigan, Mississippi, Idaho und Hawaii gewählt, bei den Demokraten neben Michigan auch in Mississippi. Am 15. März stehen dann Vorwahlen in fünf großen Staaten auf dem Programm, darunter Florida.

Die Vorwahlen beider Parteien ziehen sich bis in den Frühsommer hin, die Kandidaten werden offiziell auf Parteitagen im Juli gekürt. Die USA wählen dann am 8. November einen neuen Staatschef. Der aktuelle Präsident Barack Obama von den Demokraten darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.

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