Clariant erwartet Eigenständigkeit unter neuem Großaktionär

Zürich/Frankfurt/Muttenz (APA/Reuters) - Der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant hofft, auch unter dem neuen Großaktionär Saudi Basic Industries weiter unabhängig zu bleiben. Das saudische Petrochemieunternehmen habe keine Pläne für eine vollständige Übernahme, versicherte Clariant-Chef Hariolf Kottmann am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz. Dies werde auch Bestandteil eines Vertrags zwischen den beiden Firmen sein.

In den nächsten fünf Monaten wolle Kottmann mit Sabic-Chef Yousef Al-Benyan darüber sprechen, wie die Vereinbarung aussehen werde. Eine Aktualisierung der Strategie solle bis Ende Juni oder Anfang Juli veröffentlicht werden.

"Yousef Al-Benyan ist eine sehr zuverlässige und glaubwürdige international erfahrene Führungskraft. Er hat mehrmals klargestellt, dass Sabic kein Interesse an einer Übernahme von Clariant hat", sagte Kottmann. Der Petrochemiekonzern hält seit kurzem einen Anteil von rund 25 Prozent an dem Schweizer Unternehmen. Dieser stammt vom aktivistischen Investor White Tale, der bei Clariant eingestiegen war, um die geplante Fusion mit dem US-Konkurrenten Huntsman zu Fall zu bringen - mit Erfolg.

Ein strategischer Investor wie Sabic sei für die Entwicklung von Clariant besser als eine Fusion mit einem Wettbewerber, sagte Kottmann. Einige Analysten glauben gleichwohl, dass sich Sabic mit einem Anteil von 25 Prozent an Clariant nicht zufrieden geben wird. "Die Meinung am Markt ist, dass Sabic mit seiner Beteiligung nicht viel tun wird, während wir zumindest mittelfristig das Gegenteil erwarten", sagte Christian Faitz von Kepler Cheuvreux. Ähnlich äußerte sich auch Markus Mayer von der Baader Bank: "Wir glauben, dass die Tage der Unabhängigkeit von Clariant gezählt sind und Sabic die 14 Prozent-Beteiligung der Süd-Chemie-Familien übernehmen wird und dann den Rest."

Unter der Ägide des neuen Großaktionärs will Clariant seine Rendite im laufenden Jahr weiter steigern. Zudem hält das Unternehmen an seiner mittelfristigen Prognose fest und peilt weiterhin eine bereinigte Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von 16 bis 19 Prozent an. 2017 kam diese mit 15,3 Prozent kaum vom Fleck. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 302 Millionen Franken (262 Mio. Euro), ein Plus von 15 Prozent. Hohe Kosten fielen aber für den Abwehrkampf gegen White Tale an. Der Umsatz kletterte um mehr als acht Prozent auf 6,37 Milliarden Franken.

Berlin (APA/Reuters) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Standfestigkeit der EU bei den Brexit-Verhandlungen gefordert. "Wir wollen ein geordnetes Verlassen Großbritanniens, aber nicht um jeden Preis. Wir dürfen uns den Binnenmarkt nicht zerstören lassen", sagte die Kanzlerin am Montag auf dem Unternehmertag des Außenhandelsverbands BGA in Berlin.
 

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Brexit - Merkel: "Dürfen uns Binnenmarkt nicht zerstören lassen"

Wien (APA/Reuters) - Der Finanzinvestor Advent bereitet Finanzkreisen zufolge einen Börsengang oder Verkauf der Wiener Addiko Bank vor, die aus der zusammengebrochenen Krisenbank Hypo Alpe Adria hervorgegangen ist. Die Investmentbanken Goldman Sachs und Citi sollen Advent bei dem Prozess beraten, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.
 

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Finanzinvestor Advent bereitet Ausstieg bei Addiko Bank vor

Berlin/Rüsselsheim (APA/dpa) - Autohersteller wie VW mussten wegen unzulässiger Abgastechnikmanipulation bereits Diesel-Fahrzeuge zurückrufen - verpflichtend. Im Abgasskandal gerät nun auch Opel zunehmend in Visier der Behörden und immer stärker unter Druck. Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) will für den Autobauer einen Rückruf von rund 100.000 Diesel-Fahrzeugen anordnen.
 

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Deutschland - Rückruf für 100.000 Opel-Diesel "steht kurz bevor"