Chipfirma Dialog besiegelte Verzicht auf US-Rivalen Atmel

Der deutsch-britische Chipentwickler Dialog Semiconductor steigt zur Freude seiner Aktionäre aus dem Rennen um den US-Konkurrenten Atmel aus. Die Halbleiterfirma will ihr bei Investoren umstrittenes Übernahmeangebot für Atmel nicht aufstocken und löste damit am Freitag ein Kursfeuerwerk der im TecDax gelisteten Dialog-Aktie aus.

Dazu trugen auch Spekulationen bei, dass Dialog Semiconductor im Übernahmefieber der Chipbranche selbst ins Visier eines Käufers geraten könnte.

"Wir haben beschlossen, dass es nicht im besten Interesse unserer Aktionäre ist, den Angebotspreis für Atmel zu erhöhen", erklärte Dialog-Chef Jalal Bagherli. Der Schritt war bereits erwartet worden, nachdem Atmel dem Bieter am Mittwoch einen Korb gegeben und sich für das Übernahmeangebot des US-Unternehmens Microchip Technology entschieden hatte. Dialog kassiert von Atmel nun sogar 137 Mio. Dollar (125,8 Mio. Euro) als Aufhebungsentschädigung.

Dialog hatte nominell 4,6 Mrd. Dollar für Atmel geboten, davon gut 2 Milliarden in bar und der Rest in Aktien. Durch einen starken Kursverlust der Dialog-Titel infolge des Übernahmeversuchs und aufgrund schwächerer Geschäfte war das Offert zuletzt aber nur noch etwa 3,5 Mrd. Dollar schwer. Microchip Technology bietet 3,4 Mrd. Dollar - für jede Atmel-Aktie 7 Dollar in bar sowie zusätzlich Microchip-Aktien im Wert von je 1,15 Dollar.

"Wir begrüßen Dialogs Entscheidung, das Angebot für Atmel nicht zu erhöhen, da diese Transaktion viel zu teuer gewesen wäre", erklärte DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer. Das Unternehmen könne nun in Ruhe nach anderen Akquisitionen zu niedrigeren Preisen suchen. Der Experte zeigte sich zuversichtlich, dass Dialog auf Wachstumskurs bleiben werde. Börsianer halten es nun auch für möglich, das Dialog seinerseits Übernahmeinteressenten anzieht. Aktivistische Investoren könnten Appetit auf das Unternehmen bekommen, sagte ein Händler.

Die Dialog-Aktien legten um bis zu 9 Prozent auf 29,52 Euro zu und zählten damit zu den stärksten Werten im TecDax. Am späten Vormittag lagen die Titel allerdings in einem trüben Marktumfeld rund ein Prozent im Minus. Zuletzt waren die Aktien der Chipfirma deutlich ins Rutschen gekommen, weil Investoren mit schwächerem Wachstum rechneten. Seit Jahresbeginn verloren die Titel mehr als 13 Prozent. Die Handyriesen Samsung und Apple sorgen derzeit für Kummer in der Zulieferbranche. Samsung legte kurz nach dem Jahreswechsel schwache Zahlen vor, und Dialogs Großkunde Apple drosselt Medienberichten zufolge seine iPhone-Produktion aufgrund schwacher Nachfrage.

Die Halbleiterindustrie steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Jahrzehntelang hatte es in der Branche so gut wie keine Übernahmen gegeben. Doch Kostendruck und größer werdende Konkurrenz aus China lösten eine Fusionswelle aus: Infineon schluckte die US-Firma International Rectifier, die niederländische NXP stieg mit Freescale zu Europas Marktführer auf, und in den USA erwarb Avago Technologies für 37 Mrd. Dollar den Rivalen Broadcom - der bisher teuerste Deal der Branche.

Wien (APA) - Die tschechische Sazka-Gruppe hat vom Bankhaus Schellhammer & Schattera Anteile an der Casinos Austria AG (CASAG) übernommen und ihre Beteiligung damit auf 38,29 Prozent aufgestockt. Der seit längerem bekannte Schritt sei formal abgeschlossen, teilte Sazka am Freitagnachmittag mit.
 

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Sazka hält nun 38,29 Prozent an Casinos Austria

Wien (APA) - Der "Kurier" nennt Details zum Abschlussbericht der "Soko Meinl" zu den Ermittlungen im Anlageskandal rund um die Meinl European Land (MEL) des Bankers Julius Meinl. "Vorbehaltlich gutachterlicher Feststellungen beträgt dem Verdacht nach der Schaden am effektiven Vermögen der Aktionäre (...) 1,69 Milliarden Euro", heißt es im Abschlussbericht, so "kurier.at" Freitagabend.
 

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Causa Meinl European Land - Anlegerschaden von 1,69 Mrd. Euro

London (APA/awp/sda) - Die Billigfluglinie Easyjet zeigt sich im Streit mit der Gewerkschaft SSP/VPOD gelassen. Man habe die Anliegen der Gewerkschaft zur Kenntnis genommen, teilte die Airline am Freitag als Reaktion auf ein Communiqué von deren Seite mit.
 

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Easyjet in Streit mit Gewerkschaft gelassen