Chinesischer Elektroauto-Produzent Zhi Dou prüft Slowakei-Standort

Bratislava (APA) - Der chinesische Elektroauto-Produzent Zhi Dou plant einen Produktionsstandort in Europa und könnte eine Fabrik in der Slowakei oder in Rumänien errichten, berichteten slowakische Medien am Dienstag. Die Slowakei wäre aber wegen ihrer größeren Nähe zu den westeuropäischen Märkten Favorit für die Megainvestition.

Zhi Dou gehört zur Zhejiang Geely Holding, der auch Volvo oder Lotus gehören. Medienberichten zufolge sollen die Chinesen als möglichen europäischen Standort die ostslowakische Region Kosice ins Visier genommen haben. Obwohl die Arbeitslosigkeit in der Slowakei derzeit mit rund 7 Prozent so niedrig ist wie schon lange nicht, gibt es im östlichen Landesteil mit seiner starken Maschinenbau-Tradition noch immer genügend gut ausgebildete Arbeitskräfte.

Weitere Vorteile des Eurolandes Slowakei sind niedrige Logistikkosten sowie ein gut ausgebautes Netz an Autozulieferern, während Rumänien niedrigere Lohn- und Steuerkosten bietet. Eine definitive Entscheidung des chinesischen Autokonzerns dürfte schon im Herbst dieses Jahres fallen.

Als Teil ihrer Bemühungen um weitere Großinvestitionen im Land hat die slowakische Regierung bereits letzte Woche dem Bau eines Industrieparks in der Gemeinde Hanuska nahe der Ostmetropole Kosice zugestimmt. Der Industriepark soll einer der größten in der Slowakei überhaupt werden.

Die geplante neue Autofabrik der Chinesen in Europa mit einem Investitionswert von 400 Mio. Euro würde tausende Arbeitsplätze bringen und könnte schon 2020 mit der Produktion beginnen. Monatlich sollen bis zu 5.000 Elektroautos gebaut werden.

Mit Zhi Dou würde die Slowakei den schon fünften Autobauer ins Land holen. In der Westslowakei sind bereits VW Slovakia, der koreanische Autoproduzent Kia sowie PSA Peugeot Citroen angesiedelt, die insgesamt über eine Million Neuwagen jährlich produzieren.

Zuletzt hat sich 2015 auch der britische Autobauer Jaguar Land Rover das westslowakische Nitra als neuen Standort gewählt. Dort soll die Produktion noch vor Jahresende anlaufen, JLR soll bis 2021 rund 200.000 Wagen jährlich herstellen. Im Westen der Slowakei herrscht aber zunehmender Arbeitskräftemangel.

Wirtschaftsexperten beklagen zudem eine immer stärkere Abhängigkeit des Landes von der Autobranche. Die Autoindustrie stellt rund 27 Prozent der gesamten Industrieproduktion der Slowakei und beschäftigt rund 120.000 Menschen.

Zhi Dou ist ein Elektroautoproduzent, der erst vor sieben Jahren gegründet wurde. Heute produziert das Unternehmen schon in vier Autofabriken in China, baut in den Niederlanden Autos aus Komponenten zusammen, die in Containern nach Europa verfrachtet werden und baut derzeit auch in Südkorea einen neuen Fertigungsbetrieb.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte