Chinesische Chemiekonzerne auf Einkaufstour

Wien (APA) - 2017 war ein Jahr der Mega-Deals in der Chemiebranche. Die größte Transaktion war der Verkauf der Gemüsesaat-Sparte von Bayer an BASF um 7 Mrd. Dollar (5,8 Mrd. Euro). In Europa erhöhte sich der Transaktionswert um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt ging ein Viertel aller Transaktionen auf das Konto chinesischer Käufer, zeigt der aktuelle "Chemicals Executive M&A Review" von A.T. Kearney.

Am kauffreudigsten waren nach den Chinesen die US-amerikanischen Unternehmen mit einem Anteil von 18 Prozent an allen Transaktionen. In 30 Prozent der Top-10-Deals waren Käufer aus Schwellenländern involviert.

Zahlreiche Mega-Deals dominierten vergangenes Jahr die Branche, neben Bayer/BASF etwa auch der Zusammenschluss von DowDuPont. Weitere Deals waren der Kauf der Lonza Group AG (Schweiz) von Capsugel SA (USA) um über 5,5 Mrd. Dollar sowie der 3,8 Mrd. Dollar schwere Vertrag zwischen Evonik Industries AG (Deutschland) und Air Products & Chemicals (USA).

Bevorzugtes Zielland für die Schwellenmärkte war vergangenes Jahr Deutschland. Insgesamt wurden zehn deutsche Firmen übernommen. Aber auch deutsche Unternehmen machten Deals mit Schwellenländern. Sieben deutsche Firmen stehen auf der Käuferseite.

In Österreich wurde Glanzstoff vom thailändischen Chemieunternehmen Indorama Ventures übernommen. Erst gestern wurde bekannt, dass das Linzer Spezialchemieunternehmen ESIM einen neuen Eigentümer bekommt: Der US-Investmentfonds Sun European Partners übernimmt ESIM vom französischen Finanzinvestor Ardian.

Für 2018 wird allerdings ein Rückgang der Big-Deals erwartet. "Das einfache Merger-Endgame ist vorbei und die nächste Welle der Chemie-Deals wird komplexer", sagt Otto Schulz, der als Partner bei A.T. Kearney für das globale Chemieberatungsgeschäft zuständig ist. "Dies erfordert, dass die Unternehmen und ihre Führungskräfte auch kleinere strategische Ziele als Wachstumstreiber betrachten, im Gegensatz zu den Mega-Deals, um Kostensynergien zu erzielen."

In einzelnen Branchen sei es in den letzten Jahren bereits zu einer starken Konsolidierung in einzelnen Branchen gekommen, heißt es in der Studie. Zur größten Marktkonzentration kam es demnach im Bereich Industriegas, wo fünf Unternehmen 85 Prozent des Marktes dominieren. Zuletzt konzentrierte sich die Marktbereinigung auf die Agrochemiebranche. Prominentester Zusammenschluss war der Bayer-Monsanto-Merger.

Bei Spezial- und Feinchemikalien dürfte sich der Wettbewerb auf Grund neuer Anbieter, weniger Innovation und geringen organischen Wachstums weiter verschärfen, glauben die im Rahmen der Studie befragten Führungskräfte großer Chemieunternehmen, Investmentbanken und Investoren. Die Studie wurde im Dezember 2017 und Jänner 2018 durchgeführt.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro