Chinesen spannen FACC mit Schwesterfirmen in London-Sitz zusammen

Wien/Ried im Innkreis/London (APA) - Rund um den österreichischen Flugzeugzulieferer FACC AG (Ried im Innkreis) bündelt der chinesische Hauptaktionär AVIC gruppenweit das Geschäft mit der Flugzeug-Innenausrüstung. Es gibt dazu eine eigene Londoner Steuerungsholding. Unter fünf beteiligten AVIC-Töchtern ist die FACC die größte. Vom gemeinsamen Spartenumsatz von rund 1 Mrd. Euro stellt sie mehr als ein Viertel.

Mit der Bündelung der Aktivitäten in der neuen "AVIC Cabin Systems" Ltd. sollen die beteiligten AVIC-Töchter Synergien heben und Doppelgleisigkeiten abbauen, beispielsweise im Einkauf oder bei gemeinsamen Ausschreibungen.

Neben der FACC (www.facc.com) sind dort auch die globalen Innenausrüster-Aktivitäten von AIM Altitude (www.aimaltitude.com), Thompson Aero Seating (www.thompsonaero.com), Jiatai (www.alijt.com.cn) sowie Fesher (www.fesher.net) zusammengefasst.

Praktisch alle Komponenten für Flugzeug-Interieur würden künftig gemeinsam angeboten. Mit bisher praktizierten Subaufträgen an Drittanbieter soll auch Schluss sein.

Für FACC ergäben sich innerhalb des Firmenverbunds des AVIC-Konzerns neue Geschäftsmöglichkeiten, schrieb der börsennotierte chinesisch-österreichische Zulieferer am Donnerstag, "als unverändert eigenständig agierendes Unternehmen." Es würden jetzt keine operativen Aktivitäten irgendwo anders eingebracht, so ein Sprecher zur APA. Auch an den FACC-Standorten ändere sich nichts. "Es ist eine deutliche Stärkung des Unternehmens."

Während die FACC bisher hauptsächlich die großen Flugzeughersteller als Kunden hat, machten andere Partner innerhalb dieser AVIC-Einheit ihre Geschäfte mit den Fluggesellschaften. Das bedeute neue Kunden auch für die Rieder.

Firmenrechtlich wurde für die neue Firma die bisherige FACC-Eigentümerzwischenholding "FACC International" (Hongkong) in AVIC Cabin Systems Ltd. (Hongkong, mit Niederlassung in London) umbenannt.

Im Markt für zivile Luftfahrzeuge will der Firmenverbund künftig ganze Flugzeugkabinensysteme inklusive Bord-Küchen und Flugzeugsitzen aus einer Hand verkaufen, so FACC am Donnerstag. Man will auch gemeinsam entwickeln.

Die im Firmenverbund der neuen Holding beteiligten Unternehmen haben Werke in Amerika, Asien, Australien und Europa. Die Umstrukturierung haben die AVIC-Vertreter und Manager der Töchter bei der dieswöchigen internationalen Luftfahrtmesse in Farnborough vorgestellt.

Vom FACC-Umsatz von 750 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2017/18 stammten 254 Millionen aus der Sparte Kabinen-Innenausrüstung. 162 Millionen setzte die Firma mit Teilen und Gehäusen für Antriebssysteme um. Den bisher größten Umsatzbrocken stellen Leichtbau-Strukturbauteile für die Luft- und Raumfahrt (334 Mio. Euro).

Die FACC AG ist seit fast zehn Jahren mehrheitlich in chinesischem Besitz. Die Aviation Industry Corporation of China hält über die ehemalige FACC International (jetzt: AVIC Cabin Systems) 55,5 Prozent der Stimmrechte an der FACC AG. Die restlichen 44,5 Prozent der Anteile sind im Streubesitz bei internationalen und österreichischen Investoren.

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