Chinesen schielen auf den nordkoreanischen Immobilienmarkt

Peking (APA/Reuters) - Immobilienspekulanten aus China haben neue Lieblingsziele entdeckt: Die eigene Grenzregion zu Nordkorea und das weltweit wohl am stärksten isolierte Land selbst. "Wir haben seit kurzem viele Nachfragen zu Investitionen in den nordkoreanischen Immobilienmarkt erhalten", sagt Huang Xiaodan, Gründer und Chef des Portals Uoolo.com, das Chinesen beim Erwerb von Auslandsimmobilien unterstützt.

Der Grund dafür ist das politische Tauwetter, das Geschäftsleute auf eine Öffnung des kommunistischen Landes hoffen lässt: Erst reiste der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un Ende März nach Peking. Dann traf er sich mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In und einigte sich mit ihm darauf, die geteilte Halbinsel schrittweise von Atomwaffen zu befreien und den seit fast sieben Jahrzehnten andauernden Kriegszustand zu beenden. Nun steht eine Zusammenkunft mit US-Präsident Donald Trump bevor.

Die Folgen dieser Annäherung lassen sich in der chinesischen Grenzstadt Dandong ablesen, dem Hauptzugang zu Nordkorea. Um bis zu 50 Prozent sind die Preise für Eigentumswohnungen in einigen Gebieten gestiegen, seit Kim in Peking gastierte. "Die steigenden Preise haben mit Nordkorea zu tun", sagt ein Mitarbeiter des örtlichen offiziellen Registrierungsbüros für Immobilien. "Ich wollte eigentlich kaufen, doch ich fürchte, dass es dafür nun zu spät ist", sagt der Gründer des auf Nordkorea spezialisierten Reisebüros INDPRK, Griffin Che. Mussten bis jetzt 4.000 Yuan je Quadratmeter bezahlt werden, seien es nun zwischen 5.500 und 6.000 Yuan (723 bis 789 Euro), bedauert er.

Etwa jeder dritte Käufer an dem durch den 1. Maifeiertag verlängerten Wochenende kam nicht aus der Stadt, sagte ein Makler der Immobilienagentur Gold Key Real Estate. Sie nutzten offenbar das lange Wochenende dazu, geeignete Objekte auszuwählen. 967 Wohnungen wurden im April im Distrikt Zhenxing verkauft, zu dem auch die sogenannte Neue Zone von Dandong gehört, wo eine neue Brücke ins nordkoreanische Sinuiji führen soll. Das sind um 30 Prozent mehr als noch im März, wie aus offiziellen Daten hervorgeht.

Ob die chinesischen Immobilienspekulanten demnächst nach Nordkorea weiterziehen, ist trotz des vorhandenen Interesses noch offen. "Um sich in ein neues Gebiet vorzuwagen, braucht es politische Unterstützung und Zeit, um den Markt zu kultivieren", erklärt Immobilienexperte Huang. "Im Moment achten wir nur genau auf das, was vor sich geht."

Nordkorea war lange Zeit für ausländische Investoren weitgehend verschlossen. Die Isolation nahm noch zu, als die Vereinten Nationen im vergangenen Jahr die Sanktionen verschärften, um die Entwicklung von Atomwaffen einzudämmen. "Ich habe mehrere Anfragen von Chinesen bekommen, die daran interessiert sind, Grundstücke in Pjöngjang, Wonsan und Sinuiju zu kaufen", sagte Nordkorea-Kenner Griffin Che. "Momentan gibt es viele Spekulanten auf dem Markt, aber derzeit dürfen nur Einheimische Immobilien in Nordkorea haben."

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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