Chinesen kaufen deutsche Fernsehfirma Metz aus der Pleite

München - Der chinesische Elektronikkonzern Skyworth übernimmt den insolventen deutschen Fernsehbauer Metz. Die Asiaten wollen den Betrieb im fränkischen Zirndorf fortführen, teilte Insolvenzverwalter Joachim Exner am Dienstag mit. Rund 70 Prozent der noch 219 Arbeitsplätze blieben dort erhalten.

Die Gläubiger des Traditionsunternehmens, dem im vergangenen Jahr nach langem Siechtum das Geld ausgegangen war, hätten bereits ihren Segen gegeben, der Betriebsübergang sei für den 1. Juni geplant. Skyworth ist einer der größten chinesischen Fernsehhersteller und wolle Zirndorf als Ausgangspunkt für seine Expansion nach Europa nutzen, hieß es. Metz litt ähnlich wie der fränkische Rivale Loewe, der ebenfalls von Investoren aus der Pleite übernommen wurde, unter dem beinharten Konkurrenzkampf und rapiden Preisverfall in der Branche, die von den Koreanern Samsung und LG dominiert wird.

Exner fand auch für die Metz-Blitzgeräte und -Kunststoffsparte einen Käufer. Die Fürther Daum-Gruppe übernehme die Geschäftsfelder und beschäftige 85 Prozent der 174 Mitarbeiter weiter, teilte der Insolvenzverwalter mit. Daum stellt bisher vor allem Antriebe für Elektrofahrräder her. Mit dem Verkauf habe Metz eine langfristige Perspektive, hieß es. Die Mitarbeiter, die von den Investoren nicht übernommen werden, könnten für ein halbes Jahr in eine Qualifizierungsgesellschaft wechseln.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma