Chinas nächster Notenbankchef muss sich gleich bewähren

Peking (APA/Reuters) - Auf den nächsten Chef der chinesischen Zentralbank wartet womöglich bereits unmittelbar nach Amtsantritt eine erste große Aufgabe. Denn sollte die US-Notenbank (Fed) wie allgemein erwartet am 21. März ihre Leitzinsen erneut anheben, wird die chinesische Notenbank (PBOC) Volkswirten zufolge wahrscheinlich darauf reagieren.

Damit würde sie versuchen, größere Schwankungen an den Börsen zu unterbinden, und zugleich ein Zeichen setzen, dass sie stärker gegen die Verschuldung im Land vorgehen wird. Letzteres hat bereits Ministerpräsident Li Keqiang zum Auftakt des jährlichen Volkskongresses am Montag angekündigt.

Der Fed-Beschluss fällt nur einen Tag nach dem Ende des Volkskongresses. Auf diesem dürfte aller Voraussicht nach Chinas langjähriger Notenbank-Chef Zhou Xiaochuan abgelöst werden. Als Favorit für die Nachfolge gilt Reuters-Informationen zufolge Liu He, ein langjähriger Vertrauter von Staatspräsident Xi Jinping.

Die Fed erhöhte 2017 in drei Schritten ihre Leitzinsen auf die aktuelle Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent. Die chinesische Notenbank zog zweimal nach - vergangenen März und im Dezember. Dabei ließ sie allerdings die an den Finanzmärkten besonders beachteten Schlüsselzinsen, die einjährige Kreditrate und den Einlagensatz für Geschäftsbanken, unverändert. Stattdessen sorgte sie für eine leichte Straffung der Finanzierungsbedingungen, indem sie die Sätze für kurzfristige Offenmarktgeschäfte nach oben setzte.

Viele Experten erwarten diesmal eine ähnliche Vorgehensweise. "Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die PBOC in Reaktion auf die Fed eine Anhebung beschließt, allerdings in deutlich geringerem Ausmaß", sagt Zhao Yang, China-Volkswirt beim Bankhaus Nomura. Manche Volkswirte halten eine Anhebung bereits im März allerdings nicht für erforderlich. Ihre Argumentation: Die jüngsten Anstrengungen zur Eindämmung der Verschuldung haben bereits zu einer Verschärfung der Geldversorgung geführt. "Der Spielraum für eine weitere Straffung ist wirklich begrenzt, da wir erwarten, dass sich die Konjunktur in diesem Jahr abkühlt", konstatiert Volkswirtin Claire Huang vom Bankhaus Societe Generale in Hongkong.

Der in den USA ausgebildete mutmaßliche künftige Notenbankchef Liu war bisher einer der wichtigsten Berater von Staats- und Parteichef Xi. Er gilt auch als Kandidat für einen der Posten als Stellvertreter des Ministerpräsidenten. Sollte er diese Position erhalten und zugleich neuer Notenbank-Chef werden, würde er zu einem der mächtigsten Finanz- und Wirtschaftspolitiker des Landes aufsteigen. Allerdings sind seine Entscheidungsbefugnisse als oberster Hüter der Geldpolitik begrenzt. Chinas Notenbank ist nicht unabhängig: Für eine Änderung der Leitzinsen oder eine Ab- oder Aufwertung des Yuan braucht sie grünes Licht der Regierung.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker