Chinas Konglomerate treiben Schuldenabbau voran

Hongkong/Madrid (APA/Reuters) - Zwei große chinesische Konglomerate treiben wegen der verschärften Finanzaufsicht den Abbau ihrer Schulden voran. Der tief in der Kreide stehende Deutsche-Bank-Großaktionär HNA teilte am Mittwoch mit, hochrangige Manager hätten in Dollar begebene Offshore-Anleihen erworben, die von HNA garantiert würden. Dies zeige das Vertrauen der Spitzenkräfte in die Geschäftsaussichten.

Zuvor hatte die Ratingagentur S&P die Kreditwürdigkeit des Mischkonzerns jedoch wegen der anstehenden Schuldenrückzahlungen auf das Ramschniveau "CCC+" herabgestuft. Unterdessen teilte der chinesische Konzern Dalian Wanda mit, eine 17-Prozent-Beteiligung beim spanischen Fußballclub Atletico Madrid veräußert zu haben.

Chinesische Großkonzerne wie Wanda, HNA oder auch Finanzinvestor Fosun sehen sich seit vergangenem Jahr verschärften Kontrollen der Behörden ausgesetzt. Die Regierung in Peking hat einen Schwenk vollzogen. Statt die Konglomerate weiter mit billigem Geld zu versorgen und damit ihre Einkaufstouren im Ausland zu unterstützen, steht mittlerweile stärker die Kontrolle der Finanzlage im Fokus.

Bei beiden am Mittwoch bekannt gegebenen Deals blieben die eingenommenen Summen allerdings offen. Wanda hatte im Jahr 2015 für 45 Mio. Euro einen 20-Prozent-Anteil an dem spanischen Spitzenclub erworben und nun an einen israelischen Milliardär für eine nicht genannte Summe verkauft. Seit vergangenem Jahr hat sich das Konglomerat von Beteiligungen im Wert von rund 16 Mrd. Dollar getrennt, um die Schulden zu reduzieren.

Auch HNA nannte kein Volumen der von den Führungskräften erworbenen Anlagen. Das Konglomerat bezeichnete seine Finanzlage lediglich als "sehr gesund" und bezifferte seine kompletten Vermögenswerte mit 1,5 Billionen Yuan (192 Mrd. Euro) zum Ende des vergangenen Jahres. HNA befindet sich in einem Liquiditätsengpass. Zuletzt reduzierte der Konzern seine Beteiligung an der Deutschen Bank geringfügig und hält nun direkt und über Derivatestrukturen noch 9,2 Prozent am größten deutschen Geldhaus.

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