China steht bei Anlegern trotz Zollstreit hoch im Kurs

Frankfurt/Singapur (APA/Reuters) - Ungeachtet des Handelsstreits mit den USA liegt China in der Gunst der Anleger ganz weit oben. Ob Aktien, Anleihen oder die Währung der Volksrepublik - Papiere aus der Volksrepublik sind bei Fondsmanagern weltweit unter den Top-Favoriten in diesem Jahr.

"Wir gehen nicht davon aus, dass es zu einem ausgewachsenen Handelskrieg kommt", ist der Londoner Investmentstratege Daniel Morris von der Vermögensverwaltungssparte der Bank BNP Paribas optimistisch. "Zwar dürften die Märkte in China künftig stärker schwanken, aber der Trend zeigt dort langfristig nach oben."

Die zwei großen Ratingagenturen Moody's und Fitch blasen in das selbe Horn. Die von US-Präsident Donald Trump verhängten und angekündigten Zölle auf chinesische Waren würden nur begrenzte Auswirkungen auf die Wirtschaft Chinas haben. "Der Handel hat in den vergangenen Jahren einen immer kleineren Anteil am Bruttoinlandsprodukt, und China ist nicht mehr so anfällig für Streitigkeiten um Zölle", erklären die Analysten von Moody's.

Ins Bild der China-Optimisten passt auch die Ankündigung des chinesischen Präsidenten Xi Jingping, das Land werde seinen Finanzsektor im Laufe des Jahres für ausländische Anleger öffnen. So soll etwa die Beteiligungsgrenze für Ausländer an Firmen im Aktien-, Fonds-, Futures- und Versicherungsgeschäft zunächst auf 51 Prozent angehoben und später ganz abgeschafft werden. "Die Märkte interpretieren Xis Pläne als Signal dafür, dass eine Einigung im Handelsstreit mit den USA wahrscheinlicher wird", sagt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.

Investoren könnten zudem davon ausgehen, dass China durch die Zölle seinen Strukturwandel zugunsten der Hochtechnologie schneller vorantreibe, fügt Chefvolkswirt Martin Hüfner vom Vermögensverwalter Assenagon hinzu. "Es könnte sein, dass es am Ende in puncto Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit besser dasteht als ohne Trumps Zölle."

Viele Fondsmanager sehen derzeit gute Chancen für den Einstieg in den chinesischen Aktienmarkt. Der Leitindex in Shanghai verlor seit Jahresbeginn - als das Säbelrasseln zwischen Trump und Xi begann - rund fünf Prozent. 2017 hatte er noch 6,5 Prozent zugelegt und zeitweise den höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht.

Portfoliomanager Josh Crabb von der Anlagegesellschaft Old Mutual Global hat den Anteil chinesischer Aktien in seinen Fonds zuletzt ausgebaut. Die Titel seien im Vergleich zu Aktien aus anderen Ländern günstig bewertet und die Wahrscheinlichkeit, dass der Zollstreit bald ein Ende finde, sei hoch. Im Asien-Fonds der Gesellschaft Janus Henderson machen Wertpapiere aus der Volksrepublik mit 25 Prozent den größten Anteil aus. Mit Anleihen decken sich Portfoliomanager ebenfalls ein. "China hatte seine große Verkaufswelle vor ein bis zwei Jahren, die Renditen sind seither wieder deutlich gestiegen", betont Mark Baker von der Fondsgesellschaft Aberdeen Standard Investments.

Ruhe strahlen auch Devisenanleger aus. Die Furcht vor einer Abwertung der chinesischen Währung Yuan sei überwiegend zerstreut worden, sagt Commerzbank-Analystin Esther Maria Reichelt. "Eine rasche Yuan-Abwertung könnte mehr Chaos in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten verursachen, was chinesische Behörden vermeiden wollen." Der Wechselkurs-Mechanismus werde "vom Markt bestimmt" und auf dieser Basis auch künftig sehr gut funktionieren, betonte Zentralbankchef Yi Gang. China und die USA sollten ihre Handelsfragen auf "rationale Art" klären.

Frankfurt (APA/dpa) - Im Handel mit Digitalwährungen haben sich die jüngsten Kursverluste am Dienstag fortgesetzt. Neben dem Bitcoin kam es auch zu einem Ausverkauf bei anderen bekannten Digitalwährungen wie Ether oder Ripple. Am Vormittag fiel der Kurs des Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp unter 6.000 US-Dollar und erreichte bei 5.880 Dollar (5.157 Euro) den tiefsten Stand seit Juni.
 

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Bitcoin weiter auf Talfahrt - Kurs unter 6.000 US-Dollar gefallen

Ankara (APA/Reuters/AFP) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Dienstag angekündigt, die Türkei werde elektronische Produkte aus den USA boykottieren. Die USA hätten iPhones, doch "auf der anderen Seite" gebe es Samsung, sagte Erdogan am Dienstag im türkischen Fernsehen. Die Türkei und die USA stecken derzeit in einem tiefen Konflikt, der die türkische Währung massiv belastet.
 

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Die Türkei will elektronische Produkte aus den USA boykottieren

Luxemburg/Brüssel (APA) - Im Juni ist die Industrieproduktion gegenüber Mai im Euroraum um 0,7 Prozent und in der EU-28 um 0,4 Prozent gefallen, gab Eurostat am Dienstag bekannt.
 

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Industrieproduktion in EU-28 und Eurozone im Juni gesunken