China will London beim Goldpreis Konkurrenz machen

Das Pricing an der Goldbörse Shanghai in Renminbi soll nun rasch in die Wege geleitet werden. Chinas Zentralbank ist an einer schnellen Weiterentwicklung des Goldmarktes in der Volksrepublik interessiert.

Shanghai China will bei der Festsetzung des Goldpreises dem Finanzplatz London künftig Konkurrenz machen. An der Goldbörse Shanghai (SGE) soll bis Jahresende ein System installiert werden, das die Preis-Festsetzung in der Landeswährung Renminbi ermöglicht. Wie SGE-Vizepräsidentin Shen Gang am Donnerstag weiter mitteilte, hat sie dafür politische Rückendeckung. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die Zentralbank signalisierte, dass sie an einer raschen Weiterentwicklung des Markts für das Edelmetall in der Volksrepublik interessiert ist. China ist weltgrößter Goldproduzent und auch dessen führender Importeur.

Die Festsetzung eines Referenzpreises - im Fachjargon Fixing genannt - in London hat nach Manipulationsvorwürfen die Aufsichtsbehörden auf den Plan gerufen. Fixings gibt es nicht nur für Edelmetalle, sondern auch für Zinsen und Devisenkurse. Sie werden häufig für die Abrechnung von Wertpapiergeschäften oder die Festlegung von Kreditzinsen herangezogen.

Die teils erfolgreichen Versuche von Banken, Referenzsätze wie den Zins Libor oder für Devisenkurse rechtswidrig zu lenken, haben Aufseher weltweit sensibilisiert. Ein elektronisches System für das Gold-Fixing soll mittlerweile in London dafür sorgen, dass mehr Transparenz einkehrt. Mit einem Fixing in Shanghai, das auf Renminbi lautet, dürfte der in London in Dollar festgesetzte Preis seinen Nimbus als weltweit maßgebliche Richtgröße verlieren. Experten verweisen jedoch darauf, dass die chinesische Währung international nicht voll kompatibel ist - ein Nachteil für Shanghai im Wettbewerb mit London. Allerdings könnten beide Standorte für die Preisfestsetzung durchaus nebeneinander existieren.

Brüssel (APA/Reuters) - Der Defizitstreit zwischen der EU-Kommission und der italienischen Regierung verschärft sich. Die Brüsseler Behörde wird den Budgetentwurf aus Rom für das kommende Jahr ablehnen, wie der "Spiegel" am Mittwoch unter Berufung auf den deutschen EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) berichtete.
 

Newsticker

EU-Kommission weist Italiens Haushaltsentwurf zurück

Washington/Peking (APA/dpa) - US-Präsident Donald Trump hat ein neues Mittel gefunden, um China im Handelsstreit unter Druck zu setzen. Auf Anraten seines Wirtschaftsberaters Peter Navarro wolle Trump ein 144 Jahre altes Postabkommen aufkündigen, schrieb die "New York Times" am Dienstag unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise.
 

Newsticker

Trump könnte 144 Jahre altes Postabkommen mit China beenden

Wien (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Ex-FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger, dessen früheren Anwalt Gerald Toifl und andere ging es heute am 57. Prozesstag einmal mehr darum, wem welche Konten gehörten. Kein leichtes Unterfangen, wie schon Meischberger beim Auffliegen des "Buwog-Skandals" anmerkte.
 

Newsticker

Grasser-Prozess - "Wird alles etwas schwierig zu erklären"