China nimmt Händler nach Börsencrash an kurze Leine

Nach dem Crash an den chinesischen Börsen erhöht die Regierung den Druck auf die Finanzbranche. Die Wertpapieraufsicht CSRC kündigte am Freitag an, die Auswirkungen des automatisierten Handels auf den Markt zu prüfen. Einschränkungen seien bereits beschlossen. Nach Börsenangaben sollen einige Aktienkonten bis Ende Oktober ausgesetzt bleiben. Die CSRC spricht von mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten.

Dazu gehörten ungewöhnliche Kaufaufträge und Stornierungen, die die Entwicklung des Gesamtmarktes beeinflusst haben könnten.

Nach Angaben eines Insiders forderte sie auch von anderen asiatischen Börsen Unterlagen zum Handel mit einzelnen Papieren an. Die Finanzaufsicht hatte jüngst angekündigt, gegen "bösartige Leerverkäufe" vorzugehen. Bei Leerverkäufen wetten Marktteilnehmer auf sinkende Kurse. Sie stoßen geliehene Wertpapiere ab, um sie später zu einem günstigeren Preis zurückkaufen zu können. Die Preisdifferenz streichen sie als Gewinn ein.

Seit Mitte Juni sind die Börsen in der Volksrepublik um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Hinzu kommt, dass die Konjunktur nach Jahren rasanten Wachstums abgeflaut ist. Die Notenbank des Landes hält mit Zinssenkungen dagegen, während die Regierung mit Konjunkturprogrammen dem Wirtschaftsmotor mehr Zugkraft verleihen möchte. Der Einbruch an den Aktienmärkten wirft China auf diesem Weg zurück, denn der Crash hat fast vier Billionen Dollar (3,65 Bill. Euro) an Marktwert vernichtet - Geld, das nun für Anschaffungen fehlt. Auto-Hersteller spüren dies bereits.

Die staatlichen Wirtschaftslenker in Peking sorgen sich nun, dass die abflauende Konjunktur zu sozialen Verwerfungen führen könnte - 3auch weil das soziale Netz noch zu löchrig ist. Laut der Planungskommission sollte die Regierung es enger knüpfen. "Damit soll sichergestellt werden, dass sich wirtschaftliche Risiken nicht in soziale Gefahren verwandeln", warnte die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission in einer Internet-Botschaft.

Peking ist vor allem bestrebt, die Arbeitslosenquote niedrig zu halten. Offizielle Zahlen werden zwar nicht ausgewiesen. Doch in Städten pendelte die Quote in den vergangenen zwölf Jahren stets um die vier Prozent. Die jetzt schwächere Konjunktur und strengere staatliche Umweltauflagen haben allerdings dazu geführt, dass insbesondere im Industriegürtel im Nordwesten des Landes beim Personal der Rotstift angesetzt wurde.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro