China warnt Ausland vor Einmischung in Hongkong

(Reuters) - China hat ausländische Regierungen vor einer Einmischung in die Proteste für mehr Demokratie in Hongkong gewarnt. Die Volksrepublik stelle sich gegen jeden Versuch von außen, "illegale Bewegungen" wie Occupy Central zu unterstützen, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums am Montag in Peking. Die Gruppe von Demokratiebefürwortern hatte zur Besetzung des Finanzbezirks der Millionenmetropole aufgerufen. Am frühen Montagmorgen ging die Polizei erneut gegen eine Menschenmenge im Regierungsviertel mit Pfefferspray, Tränengas und Gummiknüppeln vor, bevor sich die Lage am Mittag beruhigte. Viele Straßen zum Finanzbezirk blieben aber gesperrt. Unternehmen riefen ihre Mitarbeiter auf, von zu Hause oder anderen Büros aus zu arbeiten. Australien und Italien warnten ihre Bürger vor Besuchen der von den Protesten betroffenen Teile der Stadt.

Nach drei Nächten mit heftigen Ausschreitungen kehrte am Mittag gespannte Ruhe in Hongkongs Straßen ein. Tausende Demonstranten harrten im Zentrum aus, schliefen teils neben den Straßen oder schützten sich mit Schirmen gegen die Sonne. Die Schirme hatten ihnen zuvor auch als Schutzschild gegen das Pfefferspray der Polizei gedient. Einige auf der Straße sprechen bereits von der "Regenschirm-Revolution". Dort, wo sich die Proteste beruhigten, zog sich die Bereitschaftspolizei zurück. Die Regierung in Hongkong rief die Demonstranten auf, sich so bald wie möglich friedlich zu entfernen. Nach Angaben der Organisatoren nahmen seit Freitag rund 80.000 Menschen an den Protesten teil. Unabhängige Schätzungen zur Teilnehmerzahl gibt es jedoch nicht.

Die de facto Zentralbank Hongkongs berichtete am Montag von Störungen bei Bankgeschäften. 44 Filialen oder Geldautomaten seien wegen der Unruhen vorrübergehend geschlossen worden. Das Kreditgeschäft zwischen den Banken sei aber nicht betroffen.

Das US-Konsulat in Hongkong rief in einer kurzen Erklärung beide Seiten auf, von Handlungen abzusehen, die die Spannungen weiter verschärfen könnten. Das britische Außenministerium äußerte sich besorgt und betonte, es sei wichtig, dass die Rechte Hongkongs eingehalten würden, einschließlich das Demonstrationsrecht. Der taiwanesische Präsident Ma Ying Jeou sagte dem TV-Sender Al Jazeera: "Die taiwanesische Bevölkerung beobachtet das sehr genau." China beansprucht den Inselstaat für sich, Taiwan erklärt sich selbst aber für unabhängig.

"ES WIRD WIEDER GEWALT GEBEN"

Hongkong genießt nach dem Prinzip "Ein Land, zwei Systeme" weitgehende Autonomie, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet. Den Demonstranten gehen die ihnen zugestandenen Demokratierechte aber nicht weit genug. Konkret entzündeten sich die Proteste an einem Beschluss der kommunistischen Führung in Peking, bei der Wahl des Chefs der Sonderverwaltungszone 2017 nur vorab ausgewählte Kandidaten zuzulassen. Damit ist eine Kandidatur von Regierungskritikern faktisch unmöglich. Es handelt sich inzwischen um die schwersten Krawalle in Hongkong, seit die ehemalige britische Kronkolonie 1997 wieder Teil Chinas wurde.

Die 18-jährige Studentin Nicola Cheung sagte, die Protestbewegung bewertete derzeit die Lage und plane die nächsten Schritte. "Ja, es wird wieder Gewalt geben, weil die Regierung Hongkongs wird nicht akzeptieren, dass wir das Gebiet hier besetzen", sagte sie. "Wir kämpfen für unsere Kernwerte Demokratie und Freiheit, und das ist etwas, bei dem uns Gewalt nicht einschüchtert."

Auch die Börsen reagierten auf die Proteste. Aus Furcht vor einem Übergreifen auf das übrige China fassten Anleger Aktien am Montag nur mit spitzen Fingern an. Dax und EuroStoxx50 notierten jeweils knapp im Minus bei 9493 beziehungsweise 3213 Punkten. Die Proteste drückten auch den Hongkonger Leitindex Hang Seng knapp zwei Prozent ins Minus. Gleichzeitig nahmen einige Anleger Kurs auf den "sicheren Hafen" US-Dollar.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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