Chemische Industrie stößt beim Klimaschutz an ihre Grenzen

Wien (APA) - Die energieintensive chemische Industrie stößt bei dem Vorhaben, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die Produktion klimaneutral zu gestalten, an ihre Grenzen, ergab eine Untersuchung, die der Fachverband der chemischen Industrie beim Institut für industrielle Ökologie in Auftrag gegeben hat.

Es gebe heute noch nicht die Lösungen für die Probleme, die mit einer Dekarbonisierung einhergehen, räumt der Verband ein. Weder für den hohen Strombedarf, noch die Energieinfrastruktur, die dafür notwendig wäre, noch die notwendigen Investitionen. Grundsätzlich stehe man der Dekarbonisierung aber positiv gegenüber, sagt Hubert Culik, Obmann des Fachverbandes der chemischen Industrie.

Würde in Österreichs gesamter chemischer Industrie der Dampf statt mit Erdgas mit Strom erzeugt, so ließe sich der CO2-Ausstoß um die Hälfte minimieren. "Allerdings sind diese Prozesse deutlich weniger energieeffizient als die derzeit eingesetzten und man würde hierfür 12 Terawattstunden mehr an sauberen Strom benötigen", so das Fazit aus den bisherigen Studienergebnissen, die der Verband am Donnerstag veröffentlichte. Das entspreche der Leistung von 12 Wasserkraftwerken in der Größe von Freudenau.

Es sei noch "Zukunftsmusik", in der Kunststoffproduktion auf Rohöl zu verzichten und stattdessen den Kohlenstoff aus den CO2-Abgasen zu gewinnen. Mit dieser Technologie sowie mit der Verstromung der Dampferzeugung und der Ökologisierung wichtiger chemischer Prozesse würde die chemische Industrie den Angaben zufolge mehr CO2 einsparen, als sie momentan emittiert. Die chemische Industrie hätte dadurch einen zusätzlichen Strombedarf von 50 Donaukraftwerken Freudenau oder etwa 11.000 Windrädern, das entspreche 70 Prozent des derzeitigen Strombedarfs von Österreichs, ergab die Studie.

"Wenn wir bedenken, dass auch andere Industriebranchen und Sektoren wie Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft entsprechende Dekarbonisierungsschritte setzen müssen, stoßen wir rasch an die Grenzen der Physik", so Culik.

Laut Culik müsste die Branche jährlich rund 1,2 Mrd. Euro investieren, um klimaneutral zu werden. "Damit wäre Österreichs Chemie im internationalen Wettbewerb gar nicht mehr konkurrenzfähig."

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker