Chef der Modemarke Guess wegen Belästigungsvorwürfen zurückgetreten

New York (APA/AFP) - Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung ist der Chef und Mitgründer der US-Modemarke Guess, Paul Marciano, als Vorstandschef zurückgetreten. Marciano habe in seiner Kommunikation mit Models und Fotografen "schlechtes Urteilsvermögen" an den Tag gelegt und sich selbst in Situationen gebracht, in denen "Vorwürfe wegen unangemessenen Verhaltens" erhoben werden konnten, verkündete der Konzern.

Marciano werde allerdings noch bis Ende Jänner kommenden Jahres Kreativdirektor des Hauses bleiben, "um eine reibungslose Übergabe der Verantwortlichkeiten" zu ermöglichen. Zuvor hatte der Guess-Verwaltungsrat einstimmig Marcianos Rücktritt gefordert.

Zwei externe Ermittler hätten Vorwürfe von "unangemessenen Kommentaren und Textnachrichten sowie unerwünschten Avancen einschließlich Küssen und Grapschen" untersucht, berichtete das Modehaus. Dabei seien mehr als 40 Personen angehört und 1,5 Millionen Seiten Dokumente gesichtet worden. "Viele der Vorwürfe konnten nicht belegt werden", betonte Guess. Mit fünf Frauen seien außergerichtliche Einigungen erzielt worden, dabei seien insgesamt 500.000 Dollar (425.000 Euro) geflossen.

Die Anwältin Lisa Bloom, die vier der mutmaßlichen Opfer vertritt, zeigte sich erfreut. Allerdings bleibe "noch viel zu tun, wenn Guess wirklich eine Marke sein will, die für Respekt gegenüber Frauen steht". Sie sei "enttäuscht", dass Marciano noch bis Anfang kommenden Jahres bei dem Unternehmen bleiben werde. "Wir glauben nicht, dass ein von so vielen glaubwürdigen Belästigungsvorwürfen belasteter Mann irgendein Unternehmen führen kann - noch dazu eines, dass hauptsächlich an Frauen verkauft."

Das Model Kate Upton hatte Marciano öffentlich beschuldigt, ihre Brüste betatscht und sie aggressiv geküsst zu haben. Marciano bestritt die Vorwürfe. Upton, zeitweise das Gesicht der Modemarke, hatte in einem Interview mit dem "Time"-Magazin geschildert, wie der Guess-Chef sie nach Fotoaufnahmen für Unterwäsche im Juli 2010 belästigt hatte. Einen Monat später habe er bei einem anderen Fototermin wiederholt danach verlangt, mit in ihr Hotelzimmer kommen zu dürfen. Sie habe daraufhin das Telefon abgedreht und die Tür verriegelt. Am nächsten Tag sei sie mit der Begründung gefeuert worden, sie sei "zu fett" geworden.

Jena (APA/Reuters) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einem Euro-Finanzminister eine Absage erteilt. Bei einem Bürgerdialog am Dienstag in Jena plädierte die Kanzlerin zudem dafür, den geplanten Eurozonen-Haushalt als Teil des EU-Haushalts zu schaffen und nicht als eigenständiges Etat für die 19 Länder der Währungsunion. Einem Euro-Finanzminister fehlten zwei entscheidende Dinge, sagte Merkel.
 

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Merkel lehnt Euro-Finanzminister ab

Jena (APA/Reuters) - Die beschlossene PKW-Maut soll nach Angaben der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden. "Jetzt ist das wieder auf der Tagesordnung", sagte Merkel am Dienstag auf einem Bürgerdialog in Jena. "Das soll noch in dieser Legislaturperiode kommen." Das Gesetz sei beschlossen, momentan liefen die Ausschreibungsverfahren, wer die Pkw-Maut eintreiben solle.
 

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Merkel: Pkw-Maut soll bis 2021 umgesetzt werden

Regensburg/Wien/Donauraum (APA/dpa/) - Der Sommer sorgt für einen Negativrekord in Deutschland: Noch nie zuvor wurde ein so niedriger Wasserstand auf der Donau gemessen wie am Wochenende. Deshalb konnten keine Schiffe mehr auf dem bayrischen Abschnitt zwischen Straubing und Deggendorf fahren. Anders ist die Situation in Österreich: "Schifffahrt frei" vermeldet DoRIS, das Donau River Information System auf seiner Online-Präsenz.
 

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Deutsche Donauschifffahrt steht still - Österreich ohne Sperren