CeBIT: Auch eine Show von skurrilen Neuheiten

Die Büro- und Computermesse CeBIT bringt heuer neben Neuigkeiten der IT-Branche und vielen Fachvorträgen auch Skurriles hervor: Über den 3D-Besenritt, die unbestechliche Büronase, den Gürtel Bob, der sich enger schnallt. Und zum Drohnengeschäft wird heuer kräftig lobbyiert und geworben.

Hannover Rund 3.300 Aussteller sind heuer zur CeBIT nach Hannover gereist. Auch wenn es auf der Computermesse vor allem um Produkte und Anwendungen für Geschäftskunden geht, findet sich auch diesmal so manch skurriler Einfall.

Auf dem Besen durch virtuelle Welten

Wie Harry Potter sollen sich Benutzer des "fliegenden Besens" von LocomotionVR fühlen. Interessenten können auf dem etwas klobigen Plastikbesen Platz nehmen und sich mithilfe einer Virtual-Reality-Brille und Kopfhörern in eine Fantasiewelt versetzen lassen. Der Besenstiel dient zum Steuern. "Drachen, Einhörner und magische Posteulen" begegneten dem Benutzer auf der imaginären Reise, wirbt das Unternehmen. Grundsätzlich ließen sich mit der Technologie alle möglichen Szenarien darstellen, "die nicht, noch nicht oder nicht mehr zu erleben sind".

Der unbestechliche Schnüffler für die Büroluft

"Es ist zu heiß", "die Luft ist schlecht", "hier ist es viel zu feucht" - solche Sätze fallen im Großraumbüro praktisch jeden Tag. Eine Art Schiedsrichter für die Problematik bietet die Firma Airboxlab. Ihr Produkt, ein kleiner weißer Kasten namens Foobot, kann von Feuchtigkeit über Kohlendioxidgehalt bis hin zur Temperatur diverse Eigenschaften der Raumluft messen und auf einem Smartphone anzeigen. Dann gibt es für die Fenster-auf-oder-zu-Debatten zumindest eine Faktengrundlage.

Gürtel enger schnallen leicht gemacht

Das geflügelte Wort vom Engerschnallen des Gürtels haben Studenten der Hochschule Osnabrück wörtlich genommen. Ihr auf den Namen Bob getaufter Gürtel mit einem fröhlichen Grinsegesicht auf der Schnalle ist mit dem Smartphone verbunden und registriert, wenn der Träger übers Handy Geld ausgibt. Dann wird Bob enger. Damit es nicht allzu unbequem wird, belässt es der Gürtel allerdings bei einem kurzen Hinweis - danach stellt sich Bob wieder zurück auf die ursprüngliche Passform.

Warme Gedanken spüren

Ebenfalls von den Osnabrücker Studenten stammt ein besonderer Wohlfühlschal. Das rote Kleidungsstück gibt einen "subtilen Wärmeimpuls", wenn der Träger einen Ort betritt, von dem aus ihm über soziale Netzwerke eine nette Botschaft gesendet wurde. Dazu filtert die zum Schal gehörende App diese Nachrichten und gleicht den Standort des Nutzers damit ab. "Das natürliche Feedback vermittelt dem Träger ein Gefühl von menschlicher Nähe", glauben die Studenten.

Mehr Spaß beim Warten auf Grün

Damit es an Fußgängerampeln nicht so langweilig ist, stattet das Unternehmen Urban Invention sie mit kleinen Spielebildschirmen aus. Wo üblicherweise ein Knopf zur Anforderung des Grün-Signals angebracht ist, können Wartende sich am klassischen Videospiel "Pong" versuchen. Gegner ist dabei ein Passant auf der anderen Straßenseite. Wer hier ordentlich Ehrgeiz entwickelt, dürfte sich wohl ärgern, wenn es schließlich grün wird.

Fantasie aus dem 3D-Drucker

Wenn ein Kind alle seine Spielzeuge langweilig findet, muss es sich vielleicht selbst welche ausdenken. Hier setzt das Geschäftsmodell der Firma TinkerToys an. Sie stellt eine Software zur Verfügung, mit der Kinder Spielzeug gestalten können. Ist der Entwurf fertig, wird er mithilfe von 3D-Druckern Wirklichkeit. TinkerToys benutzt dafür nach eigenen Angaben Biokunststoff. Und wenn das neue Spielzeug doch nicht mehr gefällt - kein Problem: Es ist komplett recycelbar.

Drohnen in der Warteschleife

Das Drohnen-Business war im Vorjahr schon in aller Munde. Doch außer dem Hype und viel Geschwätzikeit ist nicht viel davon übrig geblieben. Dennoch: Einige Hersteller lassen sich nicht beirren und schlagen die Werbetrommel.

So testet die Deutsche Post DHL derzeit die Zustellung von Paketen in den Alpen per "Paketcopter". Die Lufthansa kooperiert neuerdings mit dem Drohnenhersteller DJI, um "Anwendungen für Großkunden" zu entwickeln. Getestet wurde bereits der Drohneneinsatz zur Inspektion von Windkraftanlagen.

Auch die Bauern blicken interessiert auf mögliche Hilfe aus der Luft. Laut Deutschem Bauernverband (DBV) könnten die Geräte zum Beispiel dabei helfen, Dünger und Pflanzenschutzmittel gezielter einzusetzen. Auch könnten sie in Feldern nach Rehkitzen suchen, die immer wieder durch Mähdrescher zu Tode kommen.

Zahlreiche weitere Ansätze sind im Gespräch - "es gibt Möglichkeiten ohne Ende", sagt Nadine Frey vom Hersteller DJI. Doch die breite Verwendung der kleinen Flieger lässt auf sich warten.

Doch über Einzeleinsätze und Testflüge kommen Drohnen bei der kommerziellen Nutzung bisher kaum hinaus. Das liegt auch an den rechtlichen Vorgaben. Derzeit ist es beispielsweise verboten, ein "unbemanntes Luftfahrtgerät" außerhalb der Sichtweite des Steuerers zu betreiben. Das schränkt Einsätze auf weitläufigen Flächen oder zwischen Gebäuden deutlich ein.

Weitere Kritikpunkte: technischen Aspekten wie der geringen Reichweite und Nutzlast vieler Systeme.

Paris/Toulouse (APA/Reuters) - Laut Branchenkreisen könnte der europäische Luftfahrtkonzern Airbus künftig weniger Großraumflugzeuge vom Typ A380 bauen. Derzeit werde geprüft, ob die Produktion bis auf sechs Maschinen pro Jahr gesenkt werden könnte, ließ Airbus den Insidern zufolge einige Zulieferer wissen. Schon 2018 will Airbus nur noch zwölf und 2019 nur noch acht Jets dieses Typs herstellen.
 

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Berlin (APA/dpa) - Der deutsche Finanzminister Peter Altmaier (CDU) und vier seiner europäischen Amtskollegen haben die US-Regierung vor den negativen Folgen ihrer geplanten Steuerreform gewarnt. Die Minister aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien befürchten eine Benachteiligung ausländischer Firmen.
 

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