Casinos Austria - Spannung vor HV, neuer Aufsichtsrat kommt

Wien (APA) - Bei der Hauptversammlung der teilstaatlichen Casinos Austria am Mittwochnachmittag (20. Juni) werden neue Aufsichtsräte gewählt. Die Beteiligten sind angespannt, gibt es doch seit Monaten ein Gezerre um die Macht beim heimischen Glücksspielriesen. Die tschechische Sazka-Gruppe hätte aus Finanzgründen gern die Kontrolle, die Republik will sich nicht ausbooten lassen, und auch Novomatic redet mit.

Größte Aktionärin der Casinos Austria ist mittlerweile die Sazka-Gruppe mit 38,16 Prozent, gefolgt von der Republik, die über die Beteiligungsholding ÖBIB 33,24 Prozent hält, und Novomatic (17,2 Prozent). Daneben gibt es noch ein paar Kleinaktionäre.

Die tschechischen Milliardäre Karel Komarek und Jiri Smejc, die hinter der Sazka-Gruppe stehen, wollen mehr von den Casinos Austria. Bereits im Sommer 2017 haben sie bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) deponiert, die alleinige Kontrolle anzustreben. Zuletzt haben sie im Mai 2018 ein paar Aktien der früheren Kirchenbank Schelhammer & Schattera (jetzt Grawe-Gruppe) übernommen.

Dass es der Sazka-Konzern so eilig hat, die Macht bei den Casinos auszubauen, wird in Finanzministerium bzw. in der ÖBIB mit Argwohn betrachtet. Kürzlich schickte die Regierung den ÖVP-Verkehrssprecher und -Bundesfinanzreferenten Andreas Ottenschläger aus, um den Missmut öffentlich kundzutun. Er sei üblicherweise für mehr privat und weniger Staat, aber in einem für die Republik so wichtigen Unternehmen solle ein ausländischer Miteigentümer keine Kontrolle und keine beherrschende Stellung haben, so Ottenschläger zu "Kurier" und "Presse". Der Vorstand dürfe nicht auf vier Personen vergrößert werden, und den Aufsichtsrat müsse weiterhin ein Österreicher leiten.

Der Sazka-Gruppe gehe es wohl darum, die Casinos Austria möglichst rasch in ihrer Bilanz zu konsolidieren, so Ottenschläger. Tatsächlich schreiben die Tschechen in ihrem Geschäftsbericht für 2017, dass sie die Casinos bereits kontrollierten - auch mithilfe einer Stimmrechtsbindung mit dem niederösterreichischen Novomatic-Konzern, dem ja mehr als 17 Prozent der Casinos gehören. Wie die Vereinbarung mit Novomatic genau aussieht, ist aber nicht bekannt, angeblich geht es dabei nur um operative Fragen, nicht um Strategisches.

Der Grund, warum die Tschechen auf eine rasche Konsolidierung hoffen: Der Sazka-Konzern war laut Bilanz 2017 mit knapp 1,6 Mrd. Euro verschuldet, bei einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 353 Mio. Euro. Einige Zukäufe, auch Casinos-Austria-Anteile, wurden auf Pump finanziert. Nachdem ein geplanter Börsengang in London abgesagt wurde, bastelt die Sazka-Gruppe gerade an einer Anleihe in Höhe von rund 500 Mio. Euro; für die Emission wäre die Konsolidierung der Casinos Austria hilfreich. Erst im November 2017 hat der Konzern fünfjährige Papiere mit einer (hohen) Verzinsung von 4 Prozent ausgegeben und dabei zugesagt, die maximale Nettoverschuldung mit dem Vierfachen des Ebitda zu limitieren. Auch das gelänge mit der Konsolidierung der Casinos Austria gut.

Um Kontrolle bei den Casinos Austria zu erlangen, haben die Tschechen bereits auf einen vierten Vorstand - neben Alexander Labak, Bettina Glatz-Kremsner und Dietmar Hoscher - gedrängt. In der Rede war der ehemalige Erste-Manager Martin Skopek. Zu dem Ansinnen sagten aber die österreichischen Miteigentümer Njet. Mit einem vierten Vorstand hätten die Tschechen bei Streitigkeiten im Führungsteam die Macht, denn Konzernchef Labak, ein Mann der Tschechen, hat ein Dirimierungsrecht, darf also bei Stimmengleichheit im Vorstand entscheiden.

Auch den Plan A der Tschechen, den aus 18 Personen bestehenden Aufsichtsrat aufzustocken, lehnte die Republik ab. Bei der morgigen Hauptversammlung wird das Kontrollgremium neu gewählt. Walter Rothensteiner, Ex-Chef der Raiffeisen Zentralbank (RZB), soll, wenn es nach dem Bund geht, Vorsitzender des Casinos-Aufsichtsrats bleiben, wie zu hören ist. Laut "Krone" soll die Sazka-Gruppe von den 12 Kapitalvertretern maximal fünf bekommen. Der Frauenanteil im Casinos-Aufsichtsrat ist derzeit mager: Von 18 Personen sind nur zwei weiblich, vorschrieben ist eine Frauenquote von 30 Prozent.

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