Casinos Austria - ÖBIB schickt vorerst keine neuen Aufsichtsräte

Wien - Die Staatsholding ÖBIB hält zwar nun ein Drittel an den Casinos Austria, schickt aber vorerst keine eigenen Vertreter in den Aufsichtsrat des Glücksspielkonzerns. Man setzt auf die alten Kontrollore, die namens der Notenbank-Tochter Münze Österreich in dem Gremium sitzen. Der Münze-Anteil war im März zur ÖBIB gewandert. Am Dienstag bestellte die Casinos-Hauptversammlung den neuen Aufsichtsrat.

Große Änderungen gibt es nicht. Statt 18 besteht der Casinos-Aufsichtsrat jetzt nur mehr aus 17 Mitgliedern, drei davon vertreten den Staat respektive Steuerzahler.

Friedrich Karrer von der Nationalbank (OeNB) scheidet aus eigenem Wunsch aus dem Gremium aus, hieß es aus dem Glücksspielunternehmen zur APA. OeNB-Direktor Kurt Pribil bleibt ebenso im Casinos-Austria-Aufsichtsrat wie Notenbanker Peter Mooslechner und Münze-Vorstand Gerhard Starsich. Vorsitzender bleibt Raiffeisen-Zentralbank-Chef Walter Rothensteiner.

Statt der früheren Vorständin der Donau Versicherung, Johanna Stefan, zieht die neue Chefin der Assekuranz, Elisabeth Stadler, in den Casinos-Aufsichtsrat.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats dürfte sich aber bald wieder ändern. "Die Besetzung gilt so lange, bis sich aufgrund der aktuellen Regierungsbeschlüsse neue Mehrheiten ergeben", sagte ein Sprecher von Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) zur APA. Steßl ist Vorsitzende des Nominierungskomitees der ÖBIB; Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) will den Staatsanteil an den Casinos weiter ausbauen, um ihn dann - möglichst gewinnbringend - an Private weiterzuverkaufen. Mehrere Interessenten haben schon angeklopft.

Der gestrige Sonderaufsichtsrat der mehrheitlich zu den Casinos gehörenden Lotterien hat keine neue Strategie des Unternehmens auf den Weg gebracht. Lotterien-Vizeaufsichtsratschef Erich Hampel, früher Bank-Austria-Generaldirektor, wollte, dass die Lotterien in Wien trotz Automatenverbots sogenannte Video Lottery Terminals (VLT) aufstellen. Das sind zentralvernetzte Glücksspielgeräte, zu deren Betrieb die Lotterien-Lizenz berechtigt. Theoretisch dürften die Casinos also auch in der Bundeshauptstadt einen sogenannten WinWin-Salon aufmachen.

Der Casinos-Austria-Konzern hat österreichweit 13 solcher WinWin-Spielhallen mit VLT-Geräten in Betrieb. 2014 setzten diese 635 Mio. um, um 15 Prozent mehr als im Jahr davor.

Der scheidende Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler hat der Stadt Wien vor ein paar Jahren zugesagt, auf WinWin-Outlets zu verzichten, sollte ein Automatenverbot, wie es seit Jahresbeginn in Kraft ist, kommen.

Politisch gesehen würde es keinen schlanken Fuß machen, würde der teilstaatliche Konzern den Automatenbann mit VLT-Geräten konterkarieren, die für einen Laien ohnedies nicht von nunmehr illegalen einarmigen Banditen zu unterscheiden sind, heißt es bei den Casinos. Daher wolle man sich an Sticklers Versprechen halten. Stickler geht Ende Juni in Pension.

Aufsichtsrat Hampel hat sich bei der gestrigen AR-Sitzung nicht bei seinen Kollegen durchgesetzt.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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