Casinos-Aufsichtsrat verriet zu viel - Novomatic über Sazka verärgert

Wien/Gumpoldskirchen (APA) - Zoff unter den Aktionären der teilstaatlichen Casinos Austria: Minderheitseigner Novomatic ist ob eines Interviews des Vizeaufsichtsratschefs Pavel Horak verärgert. Horak, ein Mann der tschechischen Sazka-Gruppe, die die Mehrheit an den Casinos hält, hat zu viel ausgeplaudert, etwa über das Shareholder-Agreement zwischen Sazka und Novomatic. Novomatic ist verschnupft: "Wir wollen nicht verkaufen."

Laut dem Abkommen räumt der niederösterreichische Automatenriese Novmatic der Sazka-Gruppe die Stimmrechte für seine 17 Prozent an den Casinos ein. Dafür hat Novomatic eine Put-Option, wenn der Konzern also seine Anteile verkaufen will, muss die Sazka sie nehmen. Das hatte Horak vergangene Woche erzählt, sehr zum Missfallen von Novomatic.

"Das Shareholder-Agreement unterliegt der Vertraulichkeit", ließ Novomatic-Sprecher Bernhard Krumpel am Freitag wissen. "Sollte es dazu unterschiedliche Auffassungen geben, dann werden wir diese natürlich in konstruktiver Art und Weise besprechen."

Erneut betonte Novomatic, die Casinos-Anteile "derzeit" nicht verkaufen zu wollen.

Nach APA-Informationen prüfen die Mitaktionäre, ob sie gegen Horak wegen des Interviews rechtlich vorgehen, schließlich hätten Aufsichtsräte eine Verschwiegenheitspflicht. Laut "trend" verweist Novomatic außerdem auf eine Change-of-Control-Klausel, nach der die Vereinbarung hinfällig ist, sobald sich die Eigentumsverhältnisse bei der Sazka auch nur geringfügig ändern. Wenn Sazka wie geplant bald an die Londoner Börse gebracht wird, gehen die abgetretenen Casinos-Stimmrechte wohl wieder an Novomatic zurück.

Wien/Linz (APA) - Der 50. Verhandlungstag im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere verlief heute äußerst zäh. Nachdem Richterin Marion Hohenecker die Befragung von Grasser abgeschlossen hatte, war die Anklagebehörde am Wort - im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Ex-Minister machte von seinem Recht auf Entschlagung Gebrauch und beantwortete so gut wie keine Frage.
 

Newsticker

Grasser-Prozess - 50. Tag im Zeichen des Schweigens

Düsseldorf (APA/Reuters) - Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky baut seinen Anteil am Handelsriesen Metro aus. Er ließ am Donnerstag aber offen, ob er damit auf ein Übernahmeangebot für den Düsseldorfer Konzern zusteuert. Dies hänge auch daran, wie sich die Beziehungen zur Metro-Spitze gestalteten und ob er und sein Investment-Partner Patrik Tkac die "zukünftige Entwicklung zielgerichtet unterstützen können".
 

Newsticker

Milliardär Kretinsky hält nach Metro-Aktienkauf Karten bedeckt

Dublin/Brüssel (APA/dpa) - Die Anteilseigner von Europas größtem Billigflieger Ryanair haben bei ihrer Hauptversammlung der Führungsspitze einen Denkzettel verpasst. Zwar wählten die Aktionäre den Verwaltungsratsvorsitzenden David Bonderman und Unternehmenschef Michael O'Leary wieder - Bonderman bekam jedoch nur 70,5 Prozent Zustimmung. O'Leary erzielte immerhin 98,5 Prozent.
 

Newsticker

Anleger wählen Ryanair-Führungsspitze trotz Turbulenzen wieder