Cannabis-Legalisierung in Kanada kann tausende Jobs schaffen

Toronto (APA/AFP) - Nicht nur Fans von Marihuana haben der vollständigen Legalisierung von Cannabis in Kanada entgegengefiebert. Auch die Wirtschaft ist gespannt auf das neue Milliardengeschäft. Kanada ist nun das zweite Land weltweit, in dem Cannabis vollständig legal ist.

Marktbeobachter sehen Potenzial fürs "Pot": Es ist die Rede von der Geburt eines ganz neuen Industriezweigs mit tausenden Jobs, neuartigen Produkten, einer neuen Steuerquelle für die Regierung und einen Schub für den Tourismus.

Gefeiert wurde die Legalisierung vor allem an der Börse in Toronto. In den neuen Industriezweig wurden allein in den vergangenen Monaten mehrere Milliarden kanadische Dollar investiert. Marktführer Canopy Growth legte in nur einem Jahr um 448 Prozent an Wert zu und wurde am Dienstagabend mit rund zehn Mrd. Euro bewertet. Andere große Produzenten sind Tilray, Aurora und Aphria.

Mit der Erlaubnis von Cannabis auch zum Freizeitkonsum löst Premierminister Justin Trudeau ein Wahlversprechen ein. Erwachsenen ist es seit Mittwoch um Mitternacht erlaubt, per Bestellung oder in autorisierten Geschäften Haschisch zum Preis von umgerechnet gut vier Euro pro Gramm zu kaufen. Der persönliche Besitz ist auf 30 Gramm beschränkt. Zu medizinischen Zwecken ist Cannabis in Kanada bereits seit 2001 erlaubt.

Auch Pharmaunternehmen, Getränkehersteller und Kosmetikfirmen wollen ihr Kuchenstück und tüfteln an neuen Produkten. So investierte die Firma Constellation Brands, bekannt etwa für das Bier Corona, kürzlich rund fünf Mrd. kanadische Dollar (3,3 Mrd. Euro) in Canopy Growth für einen Unternehmensanteil von 38 Prozent. Der Getränkeriese Coca-Cola überlegt, seine Produkte mit Cannabinoiden zu versehen. Generell hält die Investoren-Euphorie an: Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gab es laut den Wirtschaftsprüfern von PwC 48 Fusionen und Übernahmen in dem Sektor.

Auftrieb dürften auch Geschäfte erhalten, die alles für den "Cannabis-Lifestyle" haben, etwa Tokyo Smoke. Die junge Firma ist ein Coffeeshop-Verschnitt. Sie verkauft in ihren Läden zwar kein Cannabis, aber Pfeifen und anderes Zubehör, und natürlich Kaffee. Im vergangenen Monat wurde das bisher nur in Toronto präsente Unternehmen für 500 Mio. Dollar von Canopy Growth übernommen und will nun landesweit expandieren.

Der Experte John-Kurt Pliniussen von der Kingston Universität in Ontario erwartet zudem einen Schub für den Tourismus in Milliardenhöhe - ähnlich wie auch Amsterdam und einige US-Bundesstaaten von der dortigen Legalisierung von Haschisch profitierten. "Dasselbe kann auch in Kanada passieren", sagt Pliniussen. Zusätzlich habe das Land schon den passenden englischen Namen: Canada und Cannabis eigne sich hervorragend für Marketingzwecke.

"Die Legalisierung wird einer dynamischen und anspruchsvollen Industrie Tür und Tor öffnen", heißt es in einer Einschätzung der Wirtschaftsberatung Deloitte. Der Zweig verspreche "neue Jobs, neue Möglichkeiten für Unternehmen und neue Einnahmen für die Regierung". Im vergangenen Jahr konsumierten Kanadas Bürger 773 Tonnen Cannabis und zahlten dafür nach Schätzungen der Regierung 5,5 Mrd. kanadische Dollar.

Uneinig sind sich Experten allerdings darüber, ob die Branche tatsächlich auch das Wirtschaftswachstum befeuert. Nach Einschätzung der TD Bank ist mit einem Beitrag von 0,9 Punkten zum Bruttoinlandsprodukt zu rechnen, das im vierten Quartal um 2,9 Prozent wachsen könnte. Die Statistikbehörde des Landes geht hingegen nur von einem "minimalen Effekt" aus. Ein Experte von der Desjardins Bank erwartet beinahe gar keine Veränderung: Dafür sei der Sektor zu klein und Kanadas breit gefächerte Wirtschaft zu riesig.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker