Bundeswehr soll im Kampf gegen Ebola helfen

(Reuters) - Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika kommt jetzt auch die Bundeswehr zum Einsatz. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte den betroffenen Ländern umfangreiche Hilfe zu. "Die Lage ist dramatisch", sagte sie am Mittwoch in Berlin. Zur Unterstützung seien Lufttransporte und der Aufbau von Krankenstationen geplant. US-Präsident Barack Obama hat zu einem entschiedeneren Kampf der Weltgemeinschaft gegen die Seuche aufgerufen, an der mittlerweile fast 2500 Menschen gestorben sind. Er schickt 3000 Soldaten in die Region, darunter Ingenieure und Mediziner. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird die Eindämmung des Ebola-Ausbruchs rund eine Milliarde Dollar kosten.

"Wir werden sehr schnell agieren und mit allem, was wir zur Verfügung haben, bereitstehen", betonte Merkel. Die Kanzlerin habe der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf in einem persönlichen Schreiben die Hilfe angekündigt, sagte eine Regierungssprecherin. Die Friedensnobelpreisträgerin hatte mehrere Regierungschefs weltweit eindringlich um Unterstützung gebeten, da ihr Land sonst die Schlacht gegen Ebola verlieren werde. Sie hoffe, dass sich andere Länder die US-Hilfe zum Vorbild nähmen. In einer Botschaft an die Bürger ihres Landes, das am stärksten von Ebola betroffen ist, betonte sie, die Regierung schlage jetzt gegen die Krankheit zurück.

LUFTBRÜCKE FÜR HILFSGÜTER AUS DEUTSCHLAND GEPLANT

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte in Berlin, die Bundeswehr prüfe alle ihre Möglichkeiten. Aus Regierungskreisen verlautete, geplant sei eine Luftbrücke für zunächst vier Wochen. Mit Hilfe von Transall-Maschinen sollten Hilfsgüter und Spenden aus Deutschland in die Region gebracht werden. Innerhalb der nächsten zehn Tage solle zudem eine mobile Feldklinik mit 50 Krankenbetten losgeschickt werden. Bundeswehr-Personal solle vor Ort aber nicht zum Einsatz kommen. In den vergangenen Wochen haben sich immer wieder auch Helfer in Westafrika mit dem hochansteckenden Virus infiziert, das zu starkem Fieber und inneren Blutungen führt.

Laut Merkel geht es bei den Lufttransporten auch darum, internationale Helfer schneller ausfliegen zu können. Sie will sich zudem auf EU-Ebene für weitere Hilfen stark machen. Wieviel die Hilfsmaßnahmen kosten werden, ließ die Regierung offen. Bislang sind aus Deutschland zwölf Millionen Euro in die Katastrophenregion geflossen. Die Mittel werden über die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Gruppen verteilt. Seit April befinden sich auch deutsche Experten unter anderem des Robert-Koch-Instituts (RKI) vor Ort, die etwa bei der Untersuchung von Blutproben helfen.

Obama hat in dieser Woche eindringlich an die Weltgemeinschaft appelliert, die Katastrophe schnell zu bekämpfen. Noch bestehe die Möglichkeit, zahllose Leben zu retten. Die USA wollen vor Ort den Aufbau von 17 Behandlungszentren mit je 100 Betten und die Ausbildung tausender Helfer unterstützen. Zur Finanzierung stellen die USA nach Angaben aus Regierungskreisen weitere 500 Millionen Dollar bereit. Am Donnerstag will sich in New York der UN-Sicherheitsrat mit der Epidemie befassen.

Der WHO zufolge sind beim bislang schwersten Ausbruch der Seuche mindestens 2461 Menschen gestorben, knapp 5000 haben sich infiziert. Am stärksten betroffen sind neben Liberia die Staaten Guinea und Sierra Leone. Die Weltbank warnt vor schweren wirtschaftlichen Folgen für die westafrikanischen Länder. In einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse hieß es: Sollte der Ausbruch nicht eingedämmt werden, drohten bis Ende kommenden Jahres Milliardenschäden. Das Wirtschaftswachstum drohe in Guinea im nächsten Jahr um 2,3 Prozentpunkte, in Sierra Leone um 8,9 und in Liberia gar um 11,7 Punkte abzustürzen.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne