Bundestagswahl - Bankökonomen: "Jamaika"-Koalition Chance und Risiko

Berlin (APA/dpa) - Ein Dreierbündnis aus Union, FDP und Grünen ("Jamaika"-Koalition) als künftige deutsche Regierung birgt nach Einschätzung von Bankvolkswirten Chancen und auch auch Risiken. "Dreierbündnisse sind schwierig zu bilden und nicht selten instabil", kommentierte Thomas Gitzel, Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank, am Montag das Ergebnis der Bundestagswahl vom Sonntag.

An den Finanzmärkten könnte es nach seiner Einschätzung "zur Furcht eines politisch nicht mehr ganz so stabilen Deutschlands kommen".

Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater meint, ein "Jamaika"-Bündnis wäre "auf den ersten Blick nicht das beste Szenario für Wirtschaft und Finanzmärkte, denn es bringt Unsicherheit - von der Wirtschaftspolitik bis hin zur Europapolitik". Doch Kater betont zugleich: "Auf den zweiten Blick bietet es jedoch auch Chancen, mit frischen Kräften Themen neu anzupacken."

Risiko und Chance zugleich - so ist auch die Sicht von David Folkerts-Landau, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, auf eine "Jamaika"-Koalition. "Wenn die Koalition aber gelingt, wäre das ein Beweis für den Pragmatismus der Parteien in Deutschland - und stünde damit im Gegensatz zu den Partisanenkämpfen, die in einigen anderen Ländern zu politischen Blockaden führen", erklärte Folkerts-Landau.

Jörg Krämer von der Commerzbank hält Kompromisse in der Wirtschafts-, Finanz- und Europapolitik für möglich. "Der Knackpunkt bei den Verhandlungen dürfte eher bei der Einwanderungspolitik liegen." Nach der Absage der SPD an eine Fortführung der großen Koalition mit der Union ist eine neue Regierung aus CDU/CSU, FDP und Grünen rechnerisch die derzeit einzige mögliche Konstellation.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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