Bundesforste hätten ohne Immo-Geschäfte negatives Ergebnis

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) hätten ohne die über die vergangenen Jahre vorangetriebene Diversifizierung der Geschäftsfelder und vor allem dem Ausbau des Immobiliengeschäftes ein negatives Ergebnis. Schließlich wollen die ÖBf sich strikt an die als nachhaltig errechnete Holzerntemenge von 1,5 Mio. Festmetern pro Jahr halten und können über diese Schiene das Ergebnis nicht steigern.

Bei der Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 2014 am Dienstag in Wien erläuterten die beiden ÖBf-Vorstände Georg Schöppl (Finanzen und Immobilien) und Rudolf Freidhager (Forstwirtschaft und Naturschutz) auch, dass vor allem das Immobiliengeschäft, aber auch der Geschäftszweig mit Alternativenergien und Jagden weiter ausgebaut werden.

Die Immo-Betriebsleistung stieg im Vorjahr erstmals auf über 40 Mio. Euro (40,6 Mio. Euro), ein Plus von 4,1 Prozent gegenüber 2013, und soll bis zum Ende des Jahrzehnts die 50-Mio.-Euro-Marke erreichen. Die Betriebsleistung im Kernbereich Forst/Holz sank hingegen um 5,3 Prozent auf 142,6 Mio. Euro. Im Bereich Jagd Fischerei gab es auch ein Plus von 2,4 Prozent auf 21,7 Mio. Euro. Die erneuerbaren Energien - die ebenso ausgebaut werden - kletterten auf relativ geringerem Niveau um 7,7 Prozent auf 1,4 Mio. Euro und die Dienstleistungen, auch hier will man wachsen, um 1,2 Prozent auf 17,5 Mio. Euro Betriebsleistung.

Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 24,28 Mio. Euro (2013: 17,93 Mio. Euro). Die ÖBf haben im Vorjahr auch ihren 25,1-Prozent-Anteil an der Mayr-Melnhof Holz (MM Holz) nach 14 Jahren wieder abgegeben. An den Bund ausgeschüttet werden für 2014 insgesamt 32 Mio. Euro - zwölf Mio. Euro Fruchtgenussentgelt und 20 Mio. Euro Dividende.

Das 2014er-Ergebnis könne heuer - ohne gröbere Wetterschäden - knapp gehalten werden, so die Hoffnung der Vorstände. Aktuell liege der Holzpreis (Gesamtdurchschnitt) auch rund einen Euro über dem budgetierten Preis.

Der Kernbereich Forst/Holz, dessen Gesamtanteil am Umsatz in den kommenden Jahren weiter sinken soll, teilt sich wiederum in Holzproduktion und Holzhandel auf. Nur mehr 49,5 Prozent des gesamten Umsatzes machte die Holzproduktion 2014 aus, 11,4 Prozent der Holzhandel. "Geerntet wird nicht mehr als wieder nachwächst", erläuterte Freidhager das ÖBf-Credo. Der Schadholzanteil der Gesamternte machte 35 Prozent oder 0,53 Mio. Festmeter aus.

Dass das Immobilien-Geschäft für die ÖBf wichtiger wird, betonen die Vorstände seit Jahren. Im Vorjahr stiegen die vergebenen Baurechte um zehn Prozent auf inzwischen mehr als 450 an der Zahl. "Wäre es nicht gelungen, das Immobiliengeschäft auszubauen, wäre das Ergebnis heute negativ", sagte ÖBf-Finanzvorstand Schöppl.

Das Immo-Geschäft besteht bei den ÖBf aus Verpachtung und der Vergabe von Baurechten - meist auf 100 Jahre. Die Republik bleibt zwar Grundstückseigentümer, trotzdem entsteht ein Eigentum auf Zeit, das im Grundbuch fixiert ist - also kann auch weiterverkauft oder vererbt werden. Hier spielt auch der Tourismus eine Rolle, so ist die Chance in Tirol nicht klein, dass man praktisch auf einer ÖBf-Piste mit Skiern talwärts wedelt. Selbes ist auch in der Skiwelt Amadè in Salzburg der Fall. Im Sommertourismus geht es um Stege und Bojen, mit denen die ÖBf verdienen - etwa in Kärnten am Millstätter See.

Mit den Baurechtsinhabern können aber auch Neuregelungen über die Nachnutzungen getroffen werden, dann müsse das Objekt nicht notwendigerweise wieder eins zu eins an die ÖBf zurückgehen. Das zeigt sich dann aber erst nach der Laufzeit von eben bis zu 100 Jahren. Ansonsten gehen die Objekte mit oder ohne Entschädigung wieder zurück an die ÖBf.

In Summe verfügen die Bundesforste über 4.200 Objekte, von denen 350 vermietet sind.

Aber auch bei den erneuerbaren Energien will man wachsen. So geht der Windpark auf der Pretul 2016 geplantermaßen mit sieben Windrädern in Betrieb. 2017 soll der Vollbetrieb mit insgesamt 14 Windrädern starten, die Bauarbeiten in der Steiermark beginnen noch heuer. Im Windkraftbereich würden laufend Standorte geprüft und Potenzialanalysen durchgeführt. Auch bei der Kleinwasserkraft - heuer sollen zwei neue Kleinkraftwerke ans Netz gehen - will man weiter am Ball bleiben. Ebenso im Wachstumsfokus liegt die Fischerei.

Der Sturm Niklas heuer hat für rund 500.000 Festmeter Schadholz österreichweit gesorgt, davon rund 100.000 bis 120.000 in den Wäldern der Bundesforste.

Die Klimaerwärmung ist den Ausführungen der Waldkenner bei der heutigen Pressekonferenz auch Realität. Die Fichte werde aber weiter wichtiger Waldbaum bleiben, dank der Höhenlagen in Österreich. Verstärkt würden aber auch Laubbäume gepflanzt. Deren Anteil von derzeit rund 20 Prozent werde auf rund 30 Prozent steigen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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