Bundesbank-Chef: Politik sollte Bankenfusionen nicht forcieren

Frankfurt (APA/dpa) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt die Politik davor, Fusionen in der deutschen Bankenbranche voranzutreiben. Er wäre "vorsichtig (...) damit, Zusammenschlüsse politisch zu forcieren. Sie müssen einer betriebswirtschaftlichen Logik folgen", sagte Weidmann dem "Handelsblatt". "Wir haben nicht die Erfahrung gemacht, dass staatliche Einmischung dabei nützlich ist."

Jüngste Aussagen von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zur Finanzbranche verstehe er so, "dass er für starke Banken als Partner deutscher, international tätiger Unternehmen plädiert. Damit hat er sicherlich recht", sagte Weidmann in dem am Donnerstag online veröffentlichten Interview.

Scholz hatte Ende August bei einer Bankentagung in Frankfurt gesagt, es sei ein Problem für eine große Volkswirtschaft wie die deutsche, "dass die Banken (...) nicht die Größe und die Globalität haben, um die Wirtschaft zu begleiten". Unions-Fraktionschef Volker Kauder bedauerte, Deutschland fehle ein echter "Global Player" auf dem Bankenmarkt. In der Folge kursierten erneut Spekulationen über ein mögliches Zusammengehen von Deutscher Bank und Commerzbank.

Zehn Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ist das Finanzsystem nach Weidmanns Einschätzung robuster geworden. Dass US-Banken längst wieder deutlich profitabler sind als deutsche Institute sei "unter anderem durch den starken Wettbewerb im deutschen Bankensektor bedingt", sagte Weidmann. "Natürlich lastet auch das Niedrigzinsumfeld zurzeit auf der Ertragslage. Und manche Geschäftsmodelle gehören sicher kritisch hinterfragt."

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