Bulgarien und EU erwarten endgültige Entscheidung über South Stream

Sofia/Brüssel - Der Besuch des EU-Kommissars für die Energieunion, Maros Sefcovic, am Mittwoch in Moskau soll endgültig Klarheit über die Zukunft der Erdgaspipeline South Stream bringen.

Verhandelt wird der Kompromissvorschlag Bulgariens, wonach Russland wie geplant den Unterwasserabschnitt unter dem Schwarzen Meer hindurch bis an die bulgarische Küste baut und die EU von einem Gas-Hub bei Warna aus russisches Gas in Südeuropa verteilt.

Darauf haben sich der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow und der Vizepräsident der EU-Kommission, der Slowake Maros Sefcovic, am Montagabend in Brüssel geeinigt. "Wir erwarten eine klare Antwort, ob es die South-Stream-Pipeline geben wird oder nicht", sagte Borissow. Seine Mitte-Rechts-Regierung hat sich nach der Absage des russischen Präsidenten Wladimir Putin für den Bau der umstrittenen Gasleitung die Alternative mit dem neuen Gasspeicher nahe der Schwarzmeerhafenstadt Warna überlegt, um dadurch den Streit zwischen Russland und der Europäischen Union aus dem Weg zu räumen.

Die EU hatte im Mai 2014 das Projekt auf Eis gelegt, bis Russland bereit sei, anderen Anbietern Zugang zur Pipeline zu gewähren und damit Wettbewerb im Gashandel zu ermöglichen. Bulgariens Kompromissvorschlag sieht vor, dass der Gas-Hub bei Warna "im Sinne der Europäischen Energieunion" der EU gehört und sie das Gas an Serbien, Mazedonien, Griechenland, Rumänien, Ungarn, Slowenien, Österreich und Bulgarien verteilt, argumentierte der bulgarische Ministerpräsident seinen Vorstoß. Unklar bleibt allerdings, wie die eventuelle Errichtung des Gas-Hubs finanziert werden soll. Die Regierung in Sofia hofft auf Mittel aus dem neuen Juncker-Plan, wie der bulgarische Vizepremier Tomislaw Dontschew bekannt gab.

Maros Sefcovic hat diese Kompromisslösung begrüßt, da solche Gasspeicher "eine wichtige Rolle für die Entwicklung von regionalen Gasmärkten spielen können". Bei der angestrebten Diversifizierung der Gaslieferungen schloss Ministerpräsident Borissow sogar die Erschließung von Schiefergasvorkommen im Nordosten des Landes nicht aus, vorausgesetzt, es wird eine neue umweltschonende Technik entwickelt. In Bulgarien ist die Fracking-Methode derzeit verboten.

Darüber hinaus geht Bulgarien von eigenen Gasvorkommen im Schwarzen Meer aus, die ebenfalls im neuen Hub eingespeichert werden sollen. 2012 hat die OMV gemeinsam mit der französischen Total und der spanischen Repsol die Ausschreibung für die Erdgas- und Ölsuche in dem 14.440 Quadratkilometer großen Gebiet "Khan Asparuh" im Schwarzen Meer gewonnen. Das Gebiet befindet sich in den Territorialgewässern Bulgariens und erstreckt sich von der Hafenmetropole Burgas bis zur Grenze mit Rumänien. In einem angrenzenden Gebiet wurden bereits 40 bis 80 Milliarden Kubikmeter Gas gefunden. Die Probebohrungen, die für Mitte 2015 angesetzt waren, wurden allerdings "wegen der kontinuierlich sinkenden Ölpreise" um mindestens ein halbes Jahr verschoben, wie die drei Mineralölkonzerne Mitte Dezember mitgeteilt haben.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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