British-Airways-Mutter erhöht Angebot für Aer Lingus

Dublin/London - Die British-Airways-Mutter IAG hat einen dritten Anlauf zur Übernahme der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus gestartet. Die International Consolidated Airlines Group (IAG) habe ihr Angebot um rund sechs Prozent auf 1,36 Mrd. Euro aufgestockt, teilte Aer Lingus am Montag mit.

Das Management kündigte an, die neue Offerte zu prüfen, nachdem es bereits zwei Vorstöße von IAG zurückgewiesen hatte. Aber auch der irische Staat und der heimische Rivale Ryanair müssten als die beiden größten Aktionäre einer Übernahme zustimmen. Ryanair war selbst bereits drei Mal bei Aer Lingus abgeblitzt.

Vor allem wegen der Start- und Landerechte von Aer Lingus auf dem größten europäischen Flughafen London Heathrow bleibt IAG so hartnäckig am Ball. Denn der Airport arbeitet an der Grenze seiner Kapazität, weshalb British Airways auf seinem Heimatdrehkreuz nicht mehr zulegen kann. IAG, zu der auch die spanische Iberia gehört, hob deswegen nun das Angebot auf 2,55 Euro je Aktie an. Davon sollen 2,50 Euro in bar und fünf Cent in Form einer Dividende fließen. Erst im Jänner hatte Aer Lingus eine Offerte über 2,40 Euro abgelehnt. An der Börse wuchsen die Erwartungen, dass es diesmal zu einem Deal kommt: Dies trieb die Aer-Lingus-Aktie um 1,5 Prozent in die Höhe. Das IAG-Papier verteuerte sich um 3,5 Prozent.

Der Übernahme-Poker wird aber rund ein Jahr vor der Parlamentswahl in Irland zunehmend auch zu einem Politikum. Die beiden größten Oppositionsparteien fordern, auf einen Verkauf des Staatsanteils von 25 Prozent zu verzichten, den die Regierung vor fünf Jahren im Kampf gegen die Schuldenkrise ins Auge gefasst hatte. Die Folgen für Irland würden dramatisch heruntergespielt, warnen sie. Die Gewerkschaften befürchten den Verlust von bis zu 1.200 Arbeitsplätzen und damit etwa einem Viertel aller Stellen bei Aer Lingus. Verkehrsminister Paschal Donohoe kündigte am Sonntag an, die Offerte und deren Auswirkungen auf die Mitarbeiter, das Unternehmen und den Flughafenstandort Dublin mit großer Sorgfalt zu prüfen.

In die Karten spielen könnten IAG Experten zufolge allerdings die guten Beziehungen von Konzern-Chef Willie Walsh. Er stammt aus Dublin und war früher Chef von Aer Lingus, wo er auch seine Karriere als Pilot begonnen hatte. Zudem ist er Verwaltungsratsvorsitzender der irischen Schuldenagentur und könnte vor allem in dieser Funktion Bedenken der Regierung zerstreuen.

Ryanair hatte sich zuletzt zu den IAG-Plänen bedeckt gehalten. Europas größter Billigflieger kämpft derzeit vor Gericht gegen eine Auflage der Wettbewerbshüter, seinen Anteil an Aer Lingus von knapp 30 auf fünf Prozent zu senken.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro