Britischer Minister: Ungeregelter Brexit zu 60 Prozent wahrscheinlich

London (APA/dpa) - Der britische Handelsminister Liam Fox hat die Wahrscheinlichkeit für einen Brexit ohne Abkommen auf 60 Prozent geschätzt. Verantwortlich dafür sei die "Unnachgiebigkeit" Brüssels und vor allem des EU-Unterhändlers Michel Barnier, kritisierte Fox in der "Sunday Times". Großbritannien will sich nach bisherigen Plänen Ende März 2019 von der Europäischen Union trennen.

Derzeit reisen viele britische Regierungsmitglieder in EU-Staaten, um bilaterale Gespräche zu führen. Ein Arbeitsbesuch der britischen Premierministerin Theresa May bei Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron werteten Kommentatoren als Hilfeschrei Mays. Das Treffen hatte am Freitagabend an der Riviera stattgefunden. Macron betont stets, dass die Brexit-Gespräche von der EU geführt werden.

Erst am Mittwoch war Außenminister Jeremy Hunt bei seiner Amtskollegin Karin Kneissl (FPÖ) in Wien, die sich dabei ebenfalls hinter Barnier stellte. "Großbritannien verhandelt nicht mit den anderen 27 Mitgliedern, sonst würden die Verhandlungen nie enden", bekräftigte sie das vereinbarte Verhandlungsformat gegenüber der "Presse am Sonntag". Auch könne es nicht sein, dass die Briten weiter in bestimmten Institutionen mitwirken. "Es muss schon eine Zäsur sein: Austritt ist Austritt", so Kneissl, die zugleich für Pragmatismus in den Gesprächen mit London plädierte. "Es muss ohne diesen Gedanken verhandelt werden, dass an den Briten ein Exempel statuiert werden soll. Der Brexit muss funktionieren und praktikabel sein."

May regiert nur mit hauchdünner Mehrheit und ist anfällig für Revolten. Der Streit um den Brexit-Kurs in ihrer Regierung bremste auch die Verhandlungen mit Brüssel erheblich. Nach Mays jüngsten Plänen soll Großbritannien in Zukunft eine Freihandelszone mit der EU für Waren, aber nicht für Dienstleistungen bilden.

Scharfe Kritik daran übte am Sonntag Ex-Entwicklungshilfeministerin Priti Patel: Solche Pläne würden Großbritannien halb in der EU lassen. Sie warf May im "Telegraph" Mangel an "politischem Mut" vor. Patel wird dem rechten Flügel der Konservativen zugeordnet und ist eine große Anhängerin des Brexits. Sie trat im vergangenen November zurück, weil sie sich ohne Absprache im Israel-Urlaub mit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu getroffen hatte.

Wien (APA) - Die tschechische Sazka-Gruppe hat vom Bankhaus Schellhammer & Schattera Anteile an der Casinos Austria AG (CASAG) übernommen und ihre Beteiligung damit auf 38,29 Prozent aufgestockt. Der seit längerem bekannte Schritt sei formal abgeschlossen, teilte Sazka am Freitagnachmittag mit.
 

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Sazka hält nun 38,29 Prozent an Casinos Austria

Wien (APA) - Der "Kurier" nennt Details zum Abschlussbericht der "Soko Meinl" zu den Ermittlungen im Anlageskandal rund um die Meinl European Land (MEL) des Bankers Julius Meinl. "Vorbehaltlich gutachterlicher Feststellungen beträgt dem Verdacht nach der Schaden am effektiven Vermögen der Aktionäre (...) 1,69 Milliarden Euro", heißt es im Abschlussbericht, so "kurier.at" Freitagabend.
 

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Causa Meinl European Land - Anlegerschaden von 1,69 Mrd. Euro

London (APA/awp/sda) - Die Billigfluglinie Easyjet zeigt sich im Streit mit der Gewerkschaft SSP/VPOD gelassen. Man habe die Anliegen der Gewerkschaft zur Kenntnis genommen, teilte die Airline am Freitag als Reaktion auf ein Communiqué von deren Seite mit.
 

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Easyjet in Streit mit Gewerkschaft gelassen