Britischer Markt setzt deutschen Energieriesen zu

Düsseldorf/Essen (APA/Reuters) - Der hart umkämpfte Markt in Großbritannien macht neben Innogy auch dem Energiekonzern E.ON immer mehr zu schaffen. Zwar fuhr der Versorger in den ersten neun Monaten insgesamt einen Nettogewinn von 3,7 Mrd. Euro ein, wie E.ON am Mittwoch mitteilte. Im britischen Strom- und Gasvertrieb verbuchte der Konzern jedoch im dritten Quartal einen operativen Verlust von 89 Mio. Euro.

Das Ergebnis werde unter anderem durch steigende Kosten für das Anlocken neuer Kunden belastet. E.ON beliefert in Großbritannien rund sieben Millionen Kunden mit Strom und Gas. Rivale Innogy will unterdessen seine Probleme durch ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem britischen Versorger SSE lösen.

E.ON sehe sich im Großbritannien-Geschäft alleine gut aufgestellt und prüfe derzeit keine strategischen Optionen, sagte Finanzchef Marc Spieker. Er räumte ein, dass der Versorger im bisherigen Jahresverlauf rund 200.000 Kunden verloren hat. Zuletzt habe sich die Lage aber stabilisiert. "In Großbritannien konnten Preiserhöhungen im April sowie eine Stabilisierung der Kundenzahlen seit dem Frühjahr die negativen Effekte aus dem anhaltend harten Wettbewerb, den regulatorischen Herausforderungen und Währungsverlusten nicht kompensieren." Im Gesamtjahr erwarte der Konzern in dem Geschäft aber schwarze Zahlen. Diese dürften allerdings deutlich unter dem Vorjahreswert (bereinigtes Ebit) von 365 Mio. Euro liegen, hatte E.ON doch nach neun Monaten gerade einmal 144 Mio. Euro in der Kasse.

Während E.ON sich auf die eigene Stärke verlässt, setzt Innogy bei der seit Jahren kränkelnden Tochter Npower auf den britischen Versorger SSE. Das geplante Gemeinschaftsunternehmen solle Ende 2018/Anfang 2019 an den Start gehen, kündigte Innogy-Boss Peter Terium an. Innogy werde an der börsennotierten Gesellschaft 34,4 Prozent der Anteile halten, SSE wolle die restlichen Anteile im Zuge einer Abspaltung an die eigenen Aktionäre weiterreichen. Mit zusammen 11,5 Millionen Kunden wäre die Gesellschaft der zweitgrößte Versorger auf der Insel nach der Centrica-Tochter British Gas mit über 14 Millionen Kunden.

Die Innogy-Tochter Npower kämpft seit Jahren mit Kundenschwund, Abrechnungsproblemen und Verlusten. Zwar seien große Fortschritte bei der Restrukturierung erzielt worden, sagte Terium. "Allerdings bleiben das Wettbewerbsumfeld und die politischen Rahmenbedingungen für Energieunternehmen in Großbritannien weiterhin schwierig."

Den Konzernen ist die britische Energiepolitik ein Dorn im Auge. Premierministerin Theresa May hatte Anfang Oktober angekündigt, einen Preisdeckel einzuführen. Der Markt ist hart umkämpft. Innogy, SSE, E.ON, Centricas British Gas, die Iberdrola-Tochter Scottish Power und der französische Versorger EDF bilden zusammen die "Großen Sechs", die 85 Prozent des Marktes abdecken. Neue Anbieter jagen ihnen aber verstärkt Kunden ab. Innogy legt am Montag Zahlen für die ersten neun Monate vor.

E.ON kommt nach den Rekordverlusten der vergangenen Jahre zurück in die Spur. Nur neun Monate nach dem 16 Mrd. Euro hohen Fehlbetrag von 2016 fuhr der Versorger bereits wieder einen Nettogewinn von 3,7 Mrd. Euro ein. Operativ lag das Ergebnis (bereinigtes Ebit) zwar mit 2,1 Mrd. Euro um 8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dies lag aber im Rahmen der Analystenschätzungen. Im Frühjahr 2018 wolle der Konzern eine neue Strategie für künftiges Wachstum vorstellen, kündigte Vorstandschef Johannes Teyssen an. Die Aktie legte zeitweise stärker als der Dax um mehr als ein Prozent auf 10,66 Euro zu.

Wien (APA) - Der frühere Obmann des Rings freiheitlicher Studenten (RFS), Alexander Schierhuber, wird per 1. Juni einer von vier Geschäftsführern der Breitspur Planungsgesellschaft mbH. Einen entsprechenden Online-Bericht der "Presse" bestätigte das von Norbert Hofer (FPÖ) geführte Infrastrukturministerium auf APA-Anfrage. Schierhuber ist schlagender Burschenschafter beim Akademischen Corps Saxonia zu Wien.
 

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Ex-RFS-Chef Schierhuber wird Breitspurbahnplanungs-Geschäftsführer

Auburn Hills (Michigan) (APA/dpa) - Der Autobauer Fiat Chrysler hat in den USA rund 4,8 Millionen Autos wegen Softwareproblemen zurückgerufen. Konkret gehe es um mögliche Fehlfunktionen im Zusammenhang mit den Geschwindigkeitsreglern, die behoben werden müssten, teilte das Unternehmen am Freitag in Auburn Hills mit. Betroffen seien unter anderem Fahrzeuge der Marken Chrysler Sedan, Cherokee und Ram Pickups.
 

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Softwareprobleme: Fiat Chrysler ruft in den USA 4,8 Mio. Autos zurück

Brüssel (APA/dpa) - In Europa gelten seit Freitag einheitliche Datenschutzregeln. Nach zweijähriger Übergangsfrist ist die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nun in allen 28 EU-Staaten in Kraft getreten. Sie setze "einen weltweiten Datenschutz-Standard, und darauf können wir alle stolz sein", sagte EU-Justizkommissarin Vera Jourová am Freitag in Brüssel. "Sie bringt konkreten Nutzen für Bürger ebenso wie für Unternehmen."
 

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DSGVO verbessert Datenschutz - Erste Beschwerden gegen US-Konzerne