Britische Ökonomen: Erneuerbare müssen billiger werden

Mit mehr als 500 Mrd. Dollar (457 Mrd. Euro) pro Jahr subventionieren Regierungen die Energiegewinnung aus Kohle, Öl und Gas. Mit sechs Milliarden die aus Wind und Sonne. Das muss sich ändern, sagen führende britische Ökonomen kurz vor dem G-7-Gipfel in Deutschland.

Wenige Tage vor dem G-7-Gipfel in Oberbayern haben britische Wissenschafter und Wirtschaftsexperten drastische Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien verlangt. Alle großen Industrieländer müssten 0,02 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung aufwenden, um Energie aus Wind und Sonne binnen zehn Jahren billiger zu machen als Kohleverstromung. Gegen den Klimawandel wären Aufwendungen nötig wie für die Mondlandung im Jahre 1969.

Noch immer würden weltweit 40 Prozent des Strombedarfs über die klimaschädliche Kohle gedeckt, heißt es in dem am Dienstag in London vorgestellten Bericht "Apollo". In Deutschland liegt dieser Anteil nach dem Atomausstieg noch höher. Staatliche Subventionen für fossile Energieträger seien fast hundertmal so hoch wie für Erneuerbare.

Autoren sind unter anderem der frühere BP-Chef John Browne und der ehemalige Chefökonom der Weltbank Nicholas Stern. Stern hatte im Jahr 2006 mit einer Aufsehen erregenden Untersuchung ("Stern-Report") eine neue Qualität der Diskussion um die Notwendigkeit und Erfolgschancen von Klimaschutz geschaffen. Stern hatte damals ermittelt, dass der Weltwirtschaft die immense Größenordnung von fünf Prozent der Wirtschaftsleistung verloren gehen wird, wenn nicht gegen den Klimawandel gegengesteuert werde.

In dem neuen Bericht kommen die Autoren zu dem Schluss, dass es zur wirksamen Bekämpfung des Klimawandels weltweiter Anstrengungen bedarf, die denen für die Mondlandung im Jahr 1969 entsprechen. Die Kosten der damaligen Apollo-Mission würden sich heute inflationsbereinigt auf 150 Mrd. US-Dollar belaufen. So viel müsse auch für den Kampf gegen den Klimawandel bereitgestellt werden.

Es gehe darum, bereits vorhandene Techniken für den täglichen und industriellen Bedarf tauglicher zu machen. Beispielsweise müssten Wege gefunden werden, wie die Schwankungen bei der Stromlieferung von Windkraft durch intelligente Speichermöglichkeiten und flexiblere Stromnetze ausgeglichen werden können.

Der Bericht geht mit den Regierungen in aller Welt hart ins Gericht. Die erneuerbaren Energien würden "ausgehungert", heißt es dort. "Nur sechs Milliarden US-Dollar pro Jahr werden derzeit an Zuschüssen für Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energien ausgegeben, eine Zahl, die von den Subventionen für fossile Energieträger in Höhe von 550 Milliarden US-Dollar geradezu in Grund und Boden gedrückt wird", heißt es in dem Bericht.

Wien/Bochum (APA) - Buwog-Chef Daniel Riedl widerspricht dem Vorwurf, die Bundeswohnungen seien 2004 von der damaligen Bundesregierung zu billig verkauft worden. Zur in diesen 14 Jahren eingetretenen Wertsteigerung von 588 Mio. auf 3,2 Mrd. Euro, soviel bietet die deutsche Vonovia, sagte Riedl am Freitag im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radios: "Ich bin persönlich stolz drauf."
 

Newsticker

Buwog-Chef Riedl verteidigt kräftige Wertsteigerung des Unternehmens

Wien (APA) - Bei der insolventen Wienwert-Holding hat am Freitag die erste Gläubigerversammlung stattgefunden. Laut Bericht des Masseverwalters Norbert Abel beträgt das liquide Vermögen derzeit gerade einmal 40.000 Euro, berichtete Anlegeranwalt Lukas Aigner am Nachmittag. Die Anleihen seien aus Sicht des Masseverwalters faktisch nicht besichert.
 

Newsticker

Wienwert-Masseverwalter: 40.000 Euro Vermögen, Bonds nicht besichert

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi hat nach einem Gewinnsprung 2017 einen klaren Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gescheut. Das sorgte an der Börse für Enttäuschung: Vivendi-Aktien brachen am Freitag zeitweise um knapp neun Prozent ein und waren größter Verlierer im Parise Auswahlindex CAC 40.
 

Newsticker

Medienkonzern Vivendi lässt Anleger über 2018 im Dunkeln: Aktie fällt